Shakira gewinnt 64-Millionen-Rückerstattung im spanischen Steuerfall: „Schlaflose Nächte“

Spaniens Nationaler Gerichtshof entschied, dass die Steuerbehörde nicht beweisen konnte, dass Shakira 2011 mindestens 183 Tage im Land verbracht hat – die Voraussetzung für die Einkommensteuer.

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Shakira erhält eine Rückerstattung von 60 Millionen Euro (rund 64 Millionen Dollar), nachdem ein spanisches Gericht in einem langjährigen Steuerstreit zu ihren Gunsten entschieden hat.

Am Montag, dem 18. Mai, urteilte Spaniens Nationaler Gerichtshof, dass die spanische Steuerbehörde nicht nachweisen konnte, dass Shakira 2011 mindestens 183 Tage im Land verbracht hat – die gesetzliche Mindestvoraussetzung für die Einkommensteuerpflicht. Die 60 Millionen Euro umfassen eine Rückerstattung von Steuern und Bußgeldern zuzüglich Zinsen.

In einem Statement gegenüber ROLLING STONE feierte der kolumbianische Popstar das Urteil: „Nach mehr als acht Jahren, in denen ich brutale öffentliche Angriffe, orchestrierte Kampagnen zur Zerstörung meines Rufs und schlaflose Nächte ertragen musste, die letztlich meine Gesundheit und das Wohlbefinden meiner Familie beeinträchtigten, hat der Nationale Gerichtshof die Dinge endlich richtiggestellt. Es gab niemals Betrug, und die Behörde konnte das Gegenteil nie beweisen – schlicht weil es nicht wahr war.“

Beziehung zu Piqué kein Beweis

Im Verlauf des Verfahrens versuchten die spanischen Behörden, Shakira über ihre damals neue Beziehung mit Fußballstar Gerard Piqué an Spanien zu binden (das Paar begann 2010 zusammenzukommen und trennte sich 2022), doch das Gericht befand, dass eine Beziehung einer Ehe nicht gleichzusetzen sei (laut „Associated Press“). Der Richter stellte darüber hinaus fest, dass die Steuerbehörde nicht beweisen konnte, dass Spanien zum damaligen Zeitpunkt „das Hauptzentrum oder die Basis“ von Shakiras Geschäftstätigkeit gewesen sei.

Letztlich stellte das Gericht fest, dass die Behörde lediglich 163 Aufenthaltstage Shakiras in Spanien im Jahr 2011 belegen konnte. Zur weiteren Stützung ihrer Position verwies Shakira darauf, dass sie einen Großteil des Jahres auf Tour verbracht hatte – mit 120 Konzerten allein im Jahr 2011.

Shakiras Sieg beendet den Streit jedoch nicht zwingend. Die spanische Steuerbehörde kündigte an, das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof anfechten zu wollen, und erklärte, dass bis zu einer endgültigen Entscheidung keine Zahlung erfolgen werde.

Shakiras Botschaft an die Steuerzahler

Die Musikerin ließ dennoch keinen Zweifel daran, was der heutige Beschluss für sie bedeutet, und wehrte sich gegen die Art, wie sie während des langen Rechtsstreits behandelt wurde. „Jeder Schritt des Verfahrens wurde durchgestochen, verzerrt und aufgebauscht – mein Name und mein öffentliches Image wurden benutzt, um allen anderen Steuerzahlern eine Drohbotschaft zu senden“, so Shakira.

„Heute bricht dieses Narrativ zusammen, und zwar mit der vollen Wucht eines Gerichtsurteils. Mein größter Wunsch ist, dass dieses Urteil einen Präzedenzfall für das Finanzministerium schafft und den Tausenden gewöhnlicher Bürgerinnen und Bürger zugute kommt, die täglich von einem System missbraucht und zermürbt werden, das ihre Schuld voraussetzt und sie zwingt, ihre Unschuld auf Kosten ihres wirtschaftlichen und seelischen Ruins zu beweisen. Dieser Sieg ist ihnen gewidmet.“

Shakira war in Spanien über die Jahre mit weiteren Steuerfällen konfrontiert. Im Jahr 2023 einigte sie sich in einem gesonderten Betrugsverfahren auf eine dreijährige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe von 7 Millionen Euro – einen Tag bevor der Prozess hätte beginnen sollen. In jenem Fall wurde ihr vorgeworfen, zwischen 2012 und 2014 Einkommensteuern in Höhe von 14,5 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Eine weitere Untersuchung wegen des Verdachts auf Steuerbetrug aus dem Jahr 2018 wurde im Juli 2023 eingeleitet, doch im Mai 2024 kamen die Ermittler zu dem Schluss, dass keine „ausreichenden Beweise“ für weitere Anklagen vorlägen.

Jon Blistein schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil