Bruce Springsteen: Das ist dran am angeblichen Streit mit New-Jersey-Gouverneur

Ein Video soll Springsteen beim Ignorieren von Ex-Gouverneur Christie zeigen – doch Manager Jon Landau nennt die Berichte über ein Zerwürfnis „absurd“.

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Ein Video, das Bruce Springsteen beim angeblichen Brüskieren des ehemaligen New-Jersey-Gouverneurs Chris Christie während eines Konzerts in Brooklyn zeigen soll, ging am Wochenende viral und sorgte für Schlagzeilen bei TMZ, der „New York Post“, „Fox News“ und zahlreichen anderen Medien. In einer exklusiven Stellungnahme gegenüber ROLLING STONE erklärt Jon Landau, Springsteens langjähriger Manager, der Moment sei vollkommen falsch interpretiert worden.

„Aktuelle Berichte, die einen Bruch in der Freundschaft zwischen Bruce und Chris Christie behaupten, sind absurd“, sagt Landau. „Wir sind seit Jahren befreundet, Chris war bei seiner 180. Show dabei und stand als unser Gast an der Seite der Bühne. Und wir hoffen, ihn bei den nächsten 180 Shows als unseren Gast zu sehen. Punkt.“

Der vermeintliche Affront ereignete sich gegen Ende von Springsteens Show am 14. Mai im Barclays Center, als er beim Song „10th Avenue Freeze-Out“ – einem langjährigen Konzert-Ritual – ins Publikum ging. Als er wieder an die Bühne zurückkehrte, stand Christie seitlich mit ausgestreckter Hand für einen High Five bereit, doch Springsteen lief vorbei und ließ ihn auflaufen. Dieser Sekundenbruchteil wurde als Beweis für ein Zerwürfnis zwischen den beiden gewertet – obwohl im Video ziemlich deutlich zu sehen ist, dass Springsteen dem Ex-Gouverneur den Rücken zugekehrt hatte, ganz auf seine Performance konzentriert war und ihn zu Beginn des Songs sogar fröhlich mit den Worten „Come on, gov“ angesprochen hatte. (Zu sehen ab Minute 2:40 im Video unten.)

Politischer Kontext der Debatte

Viele waren von vornherein bereit, den missglückten High Five als Zeichen eines Zerwürfnisses zu deuten: Springsteen ist ein bekennender Demokrat und scharfer Trump-Kritiker, diese Tour ist politisch stark aufgeladen, und Christie ist Republikaner, der Trump 2016 als einer der ersten prominenten Namen in der Vorwahl unterstützte und während dessen erster Amtszeit als Berater und Debattenvorbereiter fungierte. Nach dem Aufstand vom 6. Januar wandte sich Christie jedoch scharf gegen Trump. 2024 versuchte er, Trump in der republikanischen Vorwahl zu schlagen. Seitdem ist Christie in den Medien regelmäßig als Gegenstimme zu hören.

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Trotz aller Höhen und Tiefen mit Trump hat Christie seine Zuneigung zu Bruce Springsteen nie schwanken lassen. „Als Kind aus Jersey hat mich „Born to Run“ zutiefst bewegt“, schrieb Christie zum 40. Jahrestag des Albums im Jahr 2015. „Bruce schrieb über die Orte und Menschen, die ich kannte. Er schrieb über unsere Hoffnungen und Frustrationen. Er gab den Vorstadt-Kids wie mir eine Stimme, die voller Träume und Zweifel steckten. Er war einer von uns.“

Um den Berichten über einen Riss zwischen den beiden endgültig den Boden zu entziehen, postete Christie ein Backstage-Foto von sich und Springsteen, das in der vergangenen Woche aufgenommen wurde. „Is a dream a lie if it don’t come true?“, schrieb er dazu – in Anlehnung an eine berühmte Zeile aus „The River“.

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil