UFC kommt ins Weiße Haus. Was Sie wissen müssen

Donald Trump lud Dana White ein, auf dem South Lawn ein MMA-Spektakel zu veranstalten – zum 250. Geburtstag Amerikas und seinem eigenen 80.

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Am 14. Juni feiert US-Präsident Donald Trump gleich zwei Jubiläen: seinen 80. Geburtstag und den 250. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Staaten. Das Programm: stundenlange, zweifellos blutige Käfigkämpfe auf dem South Lawn des Weißen Hauses.

Das Event ist der vorläufige Höhepunkt einer langen Beziehung zwischen Trump und UFC-Präsident Dana White. White, der ROLLING STONE kürzlich erzählte, er stehe politisch „genau in der Mitte“, ist seit Trumps erstem Wahlkampf ein treuer Verbündeter des Präsidenten. Trump wiederum ist seit Jahrzehnten der größte Fan von White und dem MMA-Sport.

„Jeder hat sein Ding, und Donald Trumps Ding ist die UFC“, sagte White zu ROLLING STONE.

MMA im Zentrum der Macht

In den vergangenen Jahren hat die wachsende Popularität der UFC White einen regelrechten Würgegriff auf die amerikanische Kultur verschafft – sein Sport ist untrennbar mit der zunehmend nach rechts rückenden „Manosphere“ verbunden. MMA steht heute an der Schnittstelle von Politik und Popkultur. Ein Kampf im Herzen der Hauptstadt war da fast unvermeidlich – Trump musste nur fragen.

ROLLING STONE wird im Juni bei den Kämpfen dabei sein. Bis dahin: alles, was wir bisher wissen.

Warum richtet das Weiße Haus ein UFC-Event aus?

Kurz gesagt: weil Donald Trump darum gebeten hat. Die Pläne für ein UFC-Event im Weißen Haus begannen vor etwa einem Jahr, als Trump White privat vorschlug, eine Veranstaltung in Washington zu organisieren. White beschrieb es als eine beiläufige Bemerkung, während beide Männer cageside bei einem Event in Südflorida saßen – doch der Gedanke wurde schnell Realität, als die Vorbereitungen für das 250-jährige Gründungsjubiläum der USA an Fahrt aufnahmen.

Die ausführlichere Antwort ist etwas komplizierter. White und Trump kennen sich seit Anfang der 2000er Jahre, als Trump White erlaubte, mehrere seiner ersten UFC-Events im Trump Taj Mahal in Atlantic City auszurichten. Trump wurde dabei auch zum glühenden Fan des Sports und saß bei jedem Kampf dieser frühen Events direkt am Käfig.

Die Freundschaft der beiden vertiefte sich, als White einwilligte, Trump beim Republikanischen Parteitag 2016 vorzustellen.

Trumps Bitte beim Parteitag

„Als er mich damals anrief [2015], sagte er: ‚Hör zu, wenn du das nicht machen willst, verstehe ich das vollkommen, aber es wäre mir eine Ehre, wenn du auf dem Republikanischen Parteitag für mich sprichst’“, erzählte White uns im ROLLING-STONE-Interview. „Alle haben mir davon abgeraten. Aus zwei Gründen: erstens, du willst dich von der Politik fernhalten, und zweitens, er wird sowieso nie gewinnen.“

Seit diesem Moment hat sich die UFC zu einer prägenden Kulturkraft in Amerika entwickelt. Im Vorfeld der Wahl 2024 setzte White seinen Daumen persönlich auf die Waagschale für Trump und nutzte seine Kontakte in neuen Medienformaten wie Podcasts und Social Media, um Trump einer jüngeren Wählergruppe zu präsentieren. White fädelte Trumps Auftritte bei Theo Vons Podcast, den Nelk-Boys-Channels, diversen Barstool-Sports-Podcasts und natürlich bei „The Joe Rogan Experience“ ein. Es funktionierte: Trump wurde für eine zweite Amtszeit gewählt und feierte seinen Sieg wenige Tage nach der Wahl bei einem rauschenden UFC-Event im Madison Square Garden.

Der eigentliche Grund für das Weiße-Haus-Event ist aber persönlicher Natur. Trump liebt die UFC. UFC-Events sind für ihn seit jeher sichere Häfen – er wird stets mit Standing Ovations empfangen und muss sich selten mit dem Pfeifkonzert oder den Buhrufen auseinandersetzen, die ihm bei anderen Sportveranstaltungen manchmal entgegenschlagen. Trump will stets seinen eigenen Stempel auf Weltereignisse drücken – es liegt also nahe, dass er ein Spektakel, das untrennbar mit seinem eigenen Aufstieg verbunden ist, in die America-250-Feiern in der Hauptstadt einbringen wollte.

Wer kämpft?

Die Fight Card ist zugleich aufregend und ein bisschen schräg. Große Namen stehen darauf, aber auch kurzfristige Ergänzungen sowie Trumps persönlicher Lieblingskämpfer Derrick Lewis.

Die vollständige Card im Überblick:

Main Event: Ilia Topuria vs. Justin Gaethje um die Lightweight Championship

Co-Main: Alex Pereira vs. Ciryl Gane um die Interim Heavyweight Championship

Sean O’Malley vs. Aiemann Zahabi im Bantamweight

Josh Hokit vs. Derrick Lewis im Heavyweight

Mauricio Ruffy vs. Michael Chandler im Lightweight

Bo Nickal vs. Kyle Daukaus im Middleweight

Diego Lopes vs. Steve Garcia im Featherweight

Trumps Lieblinge im Octagon

Das Lineup setzt stark auf Kämpfer wie Bo Nickal, Josh Hokit und Michael Chandler, die sich alle öffentlich hinter den Präsidenten gestellt haben. Chandler kämpfte bekanntlich im Co-Main-Event des Madison-Square-Garden-Events unmittelbar nach Trumps Wahlsieg.

Trump scheint begeistert. Im Mai empfing der Präsident die vier Kämpfer der beiden Hauptkämpfe im Oval Office.

„Wie Sie wissen: 14. Juni. Wir veranstalten einen großen Kampf“, sagte Trump. „Das wird nie wieder passieren. Ist noch nie passiert. Und das sind die besten Kämpfer, die vier besten Kämpfer, die direkt hinter mir stehen, allesamt Champions. Und es wird direkt vor dem Weißen Haus stattfinden.“

„Das sind echte Krieger“, sagte er über die Kämpfer hinter ihm. „Sie lieben den Sport wirklich“, fuhr er fort. „Die kommen aus dem Ring raus nach dem unglaublichsten Kampf, den Sie je gesehen haben. Und sie sagen, das ist der größte Sport … also, ich würde persönlich lieber einen Dreiputt versenken. Aber es gibt nichts Besseres zum Zuschauen als das.“

Trumps echte Leidenschaft

Trumps Faible für Kampfsport ist keine Pose. Er taucht regelmäßig bei UFC-Events in Florida und New York auf, und beim Event am 14. Juni wird er vollständig in seinem Element sein.

Das Witzige an dem Weiße-Haus-Event ist, wie viel davon der UFC überlassen wurde. Im ROLLING-STONE-Interview schilderte White, wie es dazu kam:

„Wir sind bei einem Kampf, und er schaut mich mitten im Kampf an und sagt: ‚Weißt du was? Wir sollten einen Kampf im Weißen Haus machen.‘ Und ich so: ‚Ja, du solltest einen Kampf im Weißen Haus machen’“, sagte White. „Ich weiß nicht, ob Sie jemals jemanden treffen werden, der stolzer auf das Weiße Haus ist als er. Er liebt diesen Ort wirklich und er hat das Gefühl, es ist Amerikas Haus, und wir sollten Dinge tun, bei denen mehr Menschen ins Weiße Haus kommen und es erleben können.“

Danach war es gewissermaßen die Show der UFC. Das Unternehmen soll die Kosten für das Event selbst tragen – Tickets sind zwar kostenlos, doch ein Platz auf dem South Lawn gehört zu den begehrtesten Einladungen in Washington. Hinter den Kulissen wetteifern republikanische Abgeordnete und einflussreiche konservative Großspender um eine begrenzte Anzahl von Plätzen. White glaubt, dass Trump es vielleicht bereut, so viel Wirbel ausgelöst zu haben – aber dass die Show so oder so weitergehen muss.

„We’re in“ – die Show geht weiter

„Die Möglichkeit zu haben, im Weißen Haus zu kämpfen – wir sind dabei“, sagte White. „[Angesichts all dem, was gerade läuft,] bereut er es wahrscheinlich, dass er mir das gesagt hat. Aber wir sind trotzdem dabei. Es passiert. Alles ist in Bewegung. Er hat mir nie so etwas gesagt, aber dieser Mann hat mit Scheiße zu kämpfen, die sich Leute wie Sie und ich nicht mal vorstellen können und auch gar nicht wollen.“

Die physische Kulisse des Kampfs ist womöglich eines der umstrittensten Elemente des gesamten Events. UFC-Kämpfe erfordern erhebliche Infrastruktur – für den Octagon-Käfig ebenso wie für die Licht- und Kameraanlagen, die für eine Übertragung nötig sind. Um das auf dem offenen South Lawn unterzubringen, hat White einen massiven Bogen in Pennsylvania bauen und nach Washington verschiffen lassen, der nun über dem Rasen montiert wird – direkt neben Trumps halb abgerissenem East Wing, dem künftigen Standort des Weißen-Haus-Ballsaals.

Auf dem South Lawn finden nur rund 4.000 Zuschauer Platz. Sponsoring-Pakete für diese Plätze – die „technisch gesehen kostenlos“ sind – sollen Berichten zufolge bis zu 1,5 Millionen Dollar für einen Ringside-Blick kosten.

Alle anderen verfolgen das Geschehen auf der Ellipse, auf der anderen Straßenseite gegenüber dem South Lawn, wo die UFC eine riesige Watch Party plant. Die Besucher werden den Kampf nicht live sehen können, befinden sich aber in einer provisorischen Arena und schauen auf Videoleinwände. Die UFC veranstaltet außerdem am Tag vor den Kämpfen, Samstag dem 13. Juni, ein kostenloses „Fan Fest“-Event. Für keines der beiden Erlebnisse fallen Eintrittskosten an, aber Tickets sind erforderlich – die meisten wurden online bereits vergeben. Wer nicht in Washington ist, kann die Kämpfe auf Paramount+ verfolgen, das sich im vergangenen August in einem milliardenschweren Deal im Wert von 7,7 Milliarden Dollar die exklusiven Übertragungsrechte an der UFC gesichert hat. Der Trump-nahe David Ellison kaufte Paramount nur wenige Wochen, bevor er die UFC für die nächsten sieben Jahre unter Vertrag nahm.

Die Pressekonferenz zum Event findet am 12. Juni am Lincoln Memorial statt. Der Main Event beginnt am Sonntag, dem 14. Juni, um 20 Uhr – zur Prime Time an des Präsidenten Geburtstag.

Jack Crosbie schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil