Absolute Cinema? Martin Scorsese nutzte KI für das Storyboard seines nächsten Films
Die Filmlegende hat sich als Berater und Partner von Black Forest Labs verpflichtet – dem Unternehmen hinter dem Bildgenerierungstool Flux.
Eine etwas merkwürdige Schlagzeilenwoche für einen der Giganten des Weltkinos: Einen Tag nachdem er auf dem Cover von Charli XCXs neuem Album auftauchte, hat Martin Scorsese seine Beteiligung an einem KI-Start-up namens Black Forest Labs bekanntgegeben.
Laut der „New York Times“ hat Scorsese sich bereits im vergangenen Jahr als Partner und Berater von Black Forest Labs verpflichtet. Öffentlich gemacht wurde die Zusammenarbeit heute mit einer Pressemitteilung und einem Video, das zeigt, wie Scorsese das Bildgenerierungstool des Unternehmens namens Flux beim Storyboarding seines nächsten Films „What Happens at Night“ einsetzte.
Der Film, in dem Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence die Hauptrollen spielen, folgt einem Paar auf dem Weg in eine kleine europäische Stadt, wo sie ein Kind adoptieren wollen. Das Video zeigt Scorsese dabei, wie er das KI-Tool nutzt, um sich visuell vorzustellen, wie die Stadt aussehen könnte.
Kreativität durch KI
„Mich interessiert die Schnittstelle von Technologie und Storytelling – und wie sie die Grenzen der Kreativität verschieben kann, um dem Publikum tiefere und reichhaltigere Erlebnisse zu bieten“, sagte Scorsese in einem Statement. „Denkt daran: Das Kino ist ein junges Medium, gerade mal rund 125 Jahre alt. Wir müssen also offen dafür sein, wie es sich weiterentwickeln kann.“
Scorseses Einsatz von Flux scheint sich vollständig auf das Storyboarding zu beschränken – also die Phase, in der Filmemacher ihre Einstellungen in der Vorproduktion durchplanen. Obwohl Scorsese seit Jahrzehnten eigene Storyboards zeichnet, räumte er in seinem Statement ein, dass es „immer dieses Problem gab, wie man das, was man im Kopf sieht, dem Cast und der Crew vermittelt.“
Flux habe es ihm ermöglicht, „das, was ich mir vorstelle, klarer und effizienter mit meinem kreativen Team zu teilen“ – ein Prozess, den er als „befreiend für die Kreativität“ bezeichnete. Außerdem habe das Tool der Produktion geholfen, Kosten zu sparen und „schneller voranzukommen, ohne Qualität oder Handwerk zu opfern.“
Kontroverse war absehbar
Dennoch wird Scorseses Fürsprache für ein KI-Produkt mit ziemlicher Sicherheit für Zündstoff sorgen. Der Einsatz von KI im Film – und in anderen Kreativbranchen – ist ein tief umstrittenes Thema: Viele Kreative sehen darin eine existenzielle Bedrohung und einen Nährboden für Mittelmäßigkeit. Beim Filmfestival in Cannes etwa beklagte Guillermo del Toro, in einer Zeit zu leben, in der Menschen glauben, „dass Kunst mit einer fucking App gemacht werden kann.“
Doch viele Schwergewichte Hollywoods haben sich bereits in irgendeiner Form auf KI eingelassen. James Cameron sitzt im Board of Directors von Stability AI, das einen weiteren Text-zu-Bild-Generator entwickelt hat. (Der CEO von Black Forest Labs arbeitete früher bei Stability.) Und Peter Jackson hat KI-Technologie in seinen kreativen Prozess integriert und sie jüngst mit „einem Spezialeffekt“ verglichen.
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