Modest Mouse

„An Eraser And A Man“

GLACIAL PACE/VIRGIN (VÖ: 05.06.2026)

Solide: Isaac Brock findet weiterhin alles schrecklich

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Isaac Brock ist einer dieser Alles-wird-immer-schlimmer-Typen. Im schrulligen Offbeat-Singalong „Picking Dragons‘ Pockets“ schaut er ratlos Social-Media-Ekstasen zu und macht daraus eine knuffige Hookline: „Well, they’ll go crazy if you don’t go crazy somehow/ And I’m not crazy ‚bout what they’re so crazy ‚bout now.“ In der aufstampfenden Indie-Rock-Partyhymne „Look How Far …“ verhöhnt er das, was sich Zivilisation nennt: „Look how far we haven’t come/ Oh my god, we’re so fu- cking dumb.“ Und zum verqueren Groove aus Funkriffs und Blubber-Synthies von „Rotten Fruit“ träumt er davon, sich zu betrinken und sich vor der Welt da draußen zu verkriechen.

Allerdings fand der Sänger, Gitarrist und Songwriter von Modest Mouse schon immer alles schrecklich, sonst hießen die besten Alben seiner Band nicht „Good News For People Who Love Bad News“ (2004) und „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ (2007). Und obwohl das achte Album von Modest Mouse keinen so hübschen Titel trägt wie diese Klassiker und es keinen Song gibt, der wirklich mit „Float On“ oder „Dashboard“ mithalten kann, ist „An Eraser And A Maze“ dafür, dass es laut Brock ja immer nur bergab geht, doch ziemlich gut geworden.

Brock denkt im zartbitteren „Remember Yourself“ und dem trauernden „Third Side Of The Moon“ über die Vergänglichkeit nach. In „Song About Nothing“ flirtet er mit Dada („This is a song about nothing/ Sing along!“). Zu einer kuriosen Loop-Melodie und einem brummigen Bass irrt er in „Life’s A Dream“ zwischen Wachen und Schlafen umher. Und auch der Song „Impossible Somedays“, der sich als Instant-Indie-Rock-Hit am Ende des Albums versteckt, flieht vor der immer schlimmer werdenden Wirklichkeit ins Surreale.