WM-Auftaktspiel in Mexiko: Proteste und Mega-Hagel sorgen für perfekten Sturm
Das WM-Auftaktspiel in Mexiko steht unter keinem guten Stern: Lehrerproteste der CNTE blockieren Zugangswege, während ein gefährliches Unwetter droht. Was das bedeutet.
Am Donnerstag, den 11. Juni, ist es soweit. Das WM-Auftaktspiel findet in Mexiko statt – zumindest hoffen das die Verantwortlichen bei der FIFA. Denn die Lage rund um das Stadion könnte kaum kritischer sein: Versperrte Zugangswege und protestierende Lehrer sorgen dafür, dass sich ein Gewitter zusammenbraut, das auch über dem Stadion zum Problem werden könnte.
Mexiko als Gastgeberland – mit eigenen Problemen
Mexiko fungiert zum dritten Mal – nach 1970 und 1986 – in der WM-Geschichte als Gastgeberland. Doch während die USA ordentlich daran arbeitet, die WM mit negativen Schlagzeilen zu befeuern, kämpft Mexiko mit ganz eigenen Problemen: Die Lehrer protestieren. Dabei wurde der Donnerstag bereits zum offiziell freien Tag für mehrere Berufsgruppen erklärt, um das Verkehrsaufkommen nicht zu überlasten – doch es hilft nichts. Die Lehrer Mexikos fordern erneut mehr Geld und gehen dafür auf die Straße.
Die Protestaktion wurde laut AFP von einer Splittergruppe der Lehrergewerkschaft CNTE organisiert. Hauptpunkte des Streiks sind die Gehälter und die Rücknahme einer umstrittenen Rentenreform. Während Mexiko die Forderungen für nicht umsetzbar hält, blockieren die Protestierenden den Zugang zu den Stadien. Staatschefin Claudia Sheinbaum versicherte daraufhin, dass das Eröffnungsspiel am Donnerstag „garantiert“ stattfinden werde. Zudem werde man sich auf keine Provokation einlassen.
Wasserwerfer, Sprengsätze und Graffiti
Dass man sich auf keine Provokation einlässt, war bei vergangenen Protesten bereits zu beobachten – Wasserwerfer und Gummigeschosse sind dabei keine Seltenheit. Aber auch die Protestierenden scheinen nicht ganz harmlos: Die Polizei stellte bei den Lehrerprotesten 59 Sprengsätze sicher. Laut „Spiegel“ stürzten sie bereits riesige Spielerstatuen und verewigten sich mit rotem Graffiti und dem Satz: „Wenn es keine Lösung gibt, rollt der Ball nicht.“ Passen zum WM-Start hat die CNTE zu einer Massendemonstration für Donnerstag aufgerufen. Die Regierung steht nun vor der Frage, wie man Demonstranten mit Tränengas verscheucht, ohne die angereisten Fans zu treffen. Allerdings werden Wasserwerfer höchstwahrscheinlich gar nicht nötig sein – denn auch das Wetter sorgt für Weltuntergangsstimmung.
Ein Unwetter zieht auf
Während Mexiko versucht, gegen Südafrika die ersten drei Punkte zu ergattern, soll der Himmel Hagel bereithalten. Es droht ein gefährliches Unwetter mit Starkregen und Sturzfluten – praktisch für die Regierung, da die Demonstranten dann von ganz alleine weggespült würden. Einziges Problem: Wer soll Shakira beim neuen WM-Song zuhören, wenn alles vom Wetter weggefegt wird? Zum Glück gibt es nach 22 Minuten eine verpflichtende Trinkpause. Generell scheint die Popcorn-Stimmung eher vor den Nachrichtenübertragungen als bei der Spielübertragung selbst zu herrschen – nach dem Motto: Schlägt die nächste Rakete zuerst in Irans Tor oder Land ein?