Steine aus dem Glashaus

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Wenn Musik alt wird, geht sie entweder in die Ewigkeit und den Kanon ein – oder sie dient lediglich noch als Erinnerungsstütze an alte Zeiten. Entsprechend geteilt waren die Meinungen in der Redaktion, als es um die Berichterstattung zu Falcos 50. Geburtstag ging: Einige sahen hier nur den 80er-Kitsch, andere eine große Pop-Geschichte. Dass diese Geschichte im Lauf der Arbeit dann immer interessanter wurde, war den guten persönlichen Kontakten von Art Director Ulli Pfleger, 54. zu verdanken; Pfleger ist nämlich ein echter Wien-Ottakringer, lernte einige Mitglieder der späteren Falco-Band schon mit sechs Jahren beim Ministrieren kennen und war als Teenager gern gesehener Kaffeetafel-Gast bei Maria Hölzel. der Mutter des Sängers. Ehrensache, dass Pfleger anlässlich der Falco-Recherche das private Telefonbuch öffnete, kurz vor Weihnachten noch zahlreiche Falco-Zeltzeugen zusammentrommelte und mit Schmäh zum Interview überredete – er chauffierte Redakteur Joachim Hentschel sogar höchstpersönlich im Jeep nach Wien, wo bei Apfelstrudel. Schnitzel und großem Braunen drei Tage lang die gesamte Historie des New Wave-Amadeus diskutiert wurde – mit erstaunlichen Ergebnissen. Solche gab es auch beim Interview mit der Jazz-Pop-Edeldame Norah Jones, das Mitarbeiter Jörn Schlüter in Köln führte. Die Künstlerin zeigte sich als freundliche, sachliche, überaus ernsthafte Gesprächspartnerin, die an einem der typischen Brachial-Interviewtage den Austausch mit Schlüter so genoss. dass sie die Redezeit spontan um eine Viertelstunde verlängerte. Was uns recht war. dürfte Jones‘ Tagesplan arg durcheinandergebracht haben – das Interview finden Sie auf Seite 20 in diesem Heft.

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