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„A Tale Of Two Sisters“ im Mediabook: Eine vielschichtige Familientragödie (Test)

Die Filme des südkoreanischen Regisseurs Kim Jee-woon passen in keine Schublade und seine Filmografie könnte abwechslungsreicher nicht sein. Den brutalen Action-Thriller „I Saw The Devil“ findet man ebenso in seinem Portfolio wie den Western „The Good, The Bad, The Weird“. Und selbst für Hollywood war Kim Jee-woon schon tätig: Im Jahr 2013 drehte er den Actionstreifen „The Last Stand“ mit Arnold Schwarzenegger. Das ist der erste Film nach Schwarzeneggers Amtszeit als Gouverneur von Kalifornien (Gastrollen wie die in „The Expendables“ nicht mitgezählt). Und auch für Netflix war der 55-jährige Regisseur schon tätig, zumindest indirekt. Denn im vergangenen Jahr sicherte sich der Streaminganbieter die internationalen Rechte an der Realverfilmung des Animes „Illang: The Wolf Brigade“. Kurzum: Man weiß nie, was einen bei Kim Jee-woon als Nächstes erwartet.

Die tragische Geschichte zweier Schwestern

Sein 2003 erschienener Film „A Tale Of Two Sisters“ bildet da keine Ausnahme. Als Zuschauer fragt man sich die ganze Zeit über, was für eine Art von Film man eigentlich anschaut. Nur eines ist von Anfang an sofort klar: Irgendetwas scheint nicht zu stimmen, das wird dank der intelligenten Bildkomposition und unwohligen Atmosphäre ab der ersten Sekunde ersichtlich. Die beiden Schwestern Soo-mi und Soo-yeon kehren nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt in das Haus ihres Vaters und der Stiefmuttter zurück. Dort müssen sie sich nicht nur mit der grausamen Stiefmutter arrangieren, auch übernatürliche Gestalten scheinen es auf die beiden Schwestern abgesehen zu haben. Der Vater will davon jedoch nichts hören, sondern lieber seine Ruhe haben. Und so müssen sich Soo-mi und Soo-yeon auf sich allein gestellt den Schrecken des Hauses stellen…

In diesem Haus wartet nichts Gutes auf die beiden Schwestern Soo-mi und Soo-yeon
In diesem Haus wartet nichts Gutes auf die beiden Schwestern Soo-mi und Soo-yeon

Im Verlauf der knapp zwei Stunden dauernden Geschichte, die auf einem koreanischen Märchen basiert, strickt Kim Jee-woon einen mit viel Liebe zum Detail ausgearbeiteten Genre-Zopf und verwebt dabei unter anderem Elemente von Drama, Horror, Mystery, Psychologie und Thriller zu einem facettenreichen und vielschichtigen Gesamtwerk. Doch es ist natürlich auch Kim Jee-woon, der genau diesen Genre-Zopf am Ende von „A Tale Of Two Sisters“ wieder abschneidet, um einen Twist zu präsentieren, der bewusst mit Genrekonventionen bricht und für grausame Überraschungen sorgt, die man teilweise zwar schon erahnen, aber nie zur Gänze begreifen konnte. „A Tale Of Two Sisters“ ist somit auch ein Paradebeispiel für das bisherige Schaffenswerk von Regisseur Kim Jee-woon: Unberechen- und unvorhersehbar, aber auch detailliert und mit viel Liebe und Handwerkskunst erzählt.

Trailer

„A Tale Of Two Sisters“: Limited Collector’s Edition im Mediabook

Am 29. November 2019 erscheint dank des Independent-Filmverleihs capelight pictures der Film „A Tale Of Two Sisters“ nun auch bei uns erstmalig in HD. Und zwar in einem limitierten Mediabook für Sammler, welches neben der Blu-ray auch noch den Film auf DVD und ein Booklet enthält. Das Mediabook hat eine leichte Lederprägung und wirkt dadurch nicht nur besonders edel, es erinnert auch an ein alt Buch, das schon durch verschiedene Generationen gegangen ist und von den jeweiligen Besitzern liebevoll gehütet wurde und dadurch immer noch in einem einwandfreien Zustand ist.

„A Tale Of Two Sisters“: Limited Collector's Edition im Mediabook
„A Tale Of Two Sisters“: Limited Collector’s Edition im Mediabook

Im Innern des Mediabooks befindet sich ein Booklet mit weiteren Infos über den Regissuer und den Film. Der Film selbst bietet zwei Tonspuren in jeweils DTS-HD Master Audio 5.1: Die Originaltonspur auf Koreanisch und eine komplett auf Deutsch synchronisierte Fassung. Neben Untertiteln in deutscher Sprache gibt es – und das ist leider eine Seltenheit – auch noch Untertitel auf Englisch. Wer Filme am liebsten im Original schaut, weiß die Kombination aus Originalsprachfassung + englischer Untertitel sehr zu schätzen, sind die englischen Untertitel nicht nur häufig deutlich kürzer, sondern auch näher dran am Original.

Zu guter Letzt gibt es auch noch eine Fülle an Bonusmaterial. Dieses sollte man aber natürlich erst nach dem Hauptfilm anschauen, da die Extras nicht spoilerfrei sind.

Das Bonusmaterial von „A Tale Of Two Sisters“:

  • Audiokommentar von Regisseur Kim Jee-woon und den Darstellern
  • 12 nicht verwendete Szenen mit Audiokommentar von Kim Jee-woon
  • Interviews mit den Darstellern
  • Eine Analyse von Regisseur Kim Jee-woon
  • Kim Jee-woon über die Faszination des Horrorfilms
  • Einstündiges Making-of
  • Der Film aus der Sicht eines Psychiaters
  • Erinnerungen an die Dreharbeiten von Moon Geun-young und Lim Soo-jung
  • Originaler Kinotrailer

„A Tale Of Two Sisters“ ist ab dem 29. November 2019 auf Blu-ray erhältlich. Zusätzlich dazu kann der Film auch noch einzeln auf DVD erworben werden.

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capelight pictures
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„Black Christmas“ im Mediabook: Tödliche Weihnachten (Test)

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