ABBA: Warum auch ihre Mode zum Erfolg beitrug


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Das massive Comeback von ABBA macht auch ihren ikonischen Seventies-Look wieder zum Thema. Eine Art sozialdemokratischer Glamrock-Chic, der gelegentlich nach Kinder-Verkleiden aussah. Zwischen geschmacklos und grandios.

Ebenso unkonventionell wie die Outfits der Band ist das Mastermind dahinter: Owe Sandström.

Der mittlerweile 78jährige Hochschullehrer für Zoologie, der auch als Flamencotänzer, Restaurator und Florist in Erscheinung trat, schuf die Kollektionen anfangs in langen Nachtsessions. Teilzeit-Fashion für kommende Weltstars, die stets ein gewichtiges Wort mitreden wollten. Einfach nur präsentieren und fertig, war bei ABBA nicht drin.

Die so entstandenen Kollektionen gingen in der „Vogue“ und anderen Modemagazinen als „artist dressing“ durch. Bühnen-Kluft, die für schnippische Verwunderung sorgte. Im Interview mit der Tageszeitung „Nordbayern“ erinnert sich Sandström nun an das erste Konzert, das ABBA in seinen Entwürfen gab:

„Ich stand da mit offenem Mund und dachte: „Mein Gott, habe ich dieses verrückte Zeug wirklich alles selber entworfen?“ Ich wusste in dem Moment nicht, ob ich mich freuen oder schämen sollte! (lacht) ABBA waren zu der Zeit in Schweden nicht besonders beliebt. Aber ich persönlich war von Anfang an fasziniert und verblüfft. Ich habe ja immer an meine Arbeit geglaubt.“

Später schuf er eng-anliegende Spandex-Anzüge in der Kombi Blau, Lila und Weiß für die 1979er-Tour oder auch Agnethas weißen Jumpsuit mit gekräuselten Ärmeln und Hosenbeinen; zur Europa- und US-Tour 1974 dann kombiniert mit einem smaragdgrünen, federbesetzten Cape.

Schrille Entwürfe, die sich bald auch in der Queer-Szene steigender Beliebtheit erfreuten. Die jahrzehntelange Faszination für ABBA wäre nicht zuletzt auch ihrer Erscheinung geschuldet, so Sandström. „Hören Sie sich mit geschlossenen Augen ihre Musik an, dann werden Sie vor Ihrem geistigen Auge unweigerlich diese Katzen sehen, diese Streifen, die weißen Outfits.“