Die Country-singende Freundin des FBI-Direktors tritt bei Freedom 250 auf
Alexis Wilkins, der aufstrebende Nashville-Star und Freundin von Kash Patel, stößt bei dem umstrittenen Konzert auf der National Mall zu Lee Greenwood.
Country-Künstlerin Martina McBride zieht sich von ihrer angeblich unpolitischen „Great American State Fair“ zurück? Kein Problem: Der FBI-Direktor hat da jemanden auf Kurzwahl. Kash Patels Freundin Alexis Wilkins hat zugesagt, als „Featured Performer“ bei Trumps Freedom-250-Feier aufzutreten, die am 25. Juni beginnen soll – nachdem McBride, Morris Day and the Time, Young MG, Bret Michaels und weitere abgesprungen waren, als sie angeblich herausfanden, dass die Veranstaltung keineswegs das überparteiliche Spektakel war, das man ihnen versprochen hatte. Wilkins stößt damit zum verbliebenen Line-up aus Lee Greenwood, dem Tenor Christopher Macchio und … Trump persönlich? Was genau auf der Bühne passieren wird, ist noch etwas unklar – aber Trucks werden reichlich dabei sein.
Wilkins kündigte ihren Auftritt am Dienstag auf X an und schrieb, es sei eine „große Ehre“ für sie. Prompt hagelte es Kritik wegen möglicher ethischer Verstöße. Sie konterte, sie sei „seit Jahren Country-Musikerin. Ich habe eine erfolgreiche Karriere sowohl in der Musik als auch als Kommentatorin und Strategin“ und nehme „für diese große Ehre“ kein Honorar an. Wilkins, die auch als konservative Kommentatorin aktiv ist, fügte hinzu: „Ich akzeptiere keine falschen Narrative und haltlosen Anschuldigungen mehr, die meine harte Arbeit und meine verdienten Leistungen kleinmachen – rechnet also damit, dass ich weiterhin so antworten werde.“
Also: Wie viel davon stimmt eigentlich – im Sinne von Wilkins‘ erklärtem Wunsch nach akkuratem Storytelling? Ja, Wilkins ist seit einigen Jahren als Country-Musikerin aktiv, mit Veröffentlichungen, die laut ihrem Instagram bis 2015 zurückreichen – und die, Überraschung, amerikanische Flaggen als Covermotiv trugen. Was genau eine „erfolgreiche Karriere“ ausmacht, lässt sich trefflich diskutieren. Aufgewachsen in Arkansas, schloss sie 2020 ihr Studium an der Belmont University in Nashville ab und war laut „American Songwriter“ sowohl bei WME unter Vertrag als auch beim Managementunternehmen AMG. Ein Video aus jener Zeit in der Lokalsendung „Today in Nashville“ zeigt sie und zwei Bandmitglieder – eines davon an einem Cajón – beim Auftritt in der Plaza Mariachi, einem beliebten Treffpunkt der lokalen Einwanderergemeinschaft, der bei Trumps ICE-Razzien 2025 erhebliche finanzielle Einbußen erlitt.
Karriere mit Fragezeichen
Ihre offizielle Debütsingle „Stand“ erschien 2022 – doch es gibt weitere Songs, die noch nicht jenen dezidiert „patriotischen“ Anstrich haben, den sie annahm, als sie ihren größten Fürsprecher kennenlernte: Patel.
„Ich habe Alexis kürzlich bei einem Event in Nashville kennengelernt und war sofort von ihrem artikulierten Patriotismus und ihrem Talent angezogen“, sagte Patel in einer Pressemitteilung, die 2022 an Musikmedien verschickt wurde. „Stimmen wie ihre hallen über die Ätherwellen hinaus. Eine Stimme mit Herz und Seele, mit einer Botschaft für alle Amerikaner. Bitte heißt Alexis Wilkins in unserer Familie willkommen und ladet ‚Stand‘ herunter.“
Der Song wurde auf Truth Social und Rumble präsentiert und als „erste Single aus ihrer Veröffentlichung 2023“ angekündigt – ihre EP „Grit“ erschien tatsächlich in jenem Jahr, enthielt „Stand“ aber gar nicht. Wilkins und Kash begannen etwa zur gleichen Zeit miteinander auszugehen – handelte ihr Song „Heaven in a Stetson“ von ihrem neuen Flammen? Das weiß niemand so genau. Trotz eines beachtlichen Streaming-Schubs durch die neue Machtposition ihres Freundes hat keiner ihrer Songs bislang auch nur annähernd die Millionenmarke geknackt. Zum Vergleich: McBrides „Independence Day“ kommt auf rund 94 Millionen Streams – Tendenz steigend. Zuletzt hat sich Wilkins stärker auf politischen Kommentar konzentriert und ist auf Social Media präsent. Beispiel-Post: „Juneteenth ist großartig, weil wir alle an diesem Tag kurz innehalten und daran erinnert werden können, dass Republikaner einmarschierten und Demokraten zwangen, aufzuhören, Menschen zu versklaven.“
Nächster Auftritt in Chicago
Wilkins hat seit 2023s „Quite Like Whiskey“ keinen neuen Song mehr veröffentlicht – damals rühmte eine Pressemitteilung, sie lebe „in der Welt des klassischen Country mit modernem Twist“ und bekomme „immer mehr Anfragen, Songs zu veröffentlichen, die sie online gestellt hat, und plane, bald eine Reihe von Musikstücken herauszubringen, die sich für sie am authentischsten anfühlen.“ Dieses angekündigte Paket lässt bis heute auf sich warten. Wer nach ihrem Freedom-250-Auftritt aber unbedingt mehr von Wilkins möchte: Sie ist beim Windy City Smokeout in Chicago im frühesten Slot des Tages zu erleben – als Auftakt eines Line-ups, das ausnahmslos aus weißen Männern besteht.