Bitte nicht lachen: Rauschende Premiere der dritten „LOL“-Staffel


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Feiern: Geht das überhaupt schon wieder? Im Berliner „Delphi“-Kino wurde es am Sonntag vorsichtig ausprobiert – bei der Premiere der dritten Staffel von „LOL: Last One Laughing“ (ab 14. April bei Amazon Prime Video). Auf dem Blauen Teppich waren alle noch etwas unsicher, es galt 2G+, und dennoch kam man sich ohne Maske seltsam vor. Während Herbert Knaup recht entspannt wirkte, gab Jonas Nay zu, dass er aufgeregt sei wegen der Aftershowparty: Vielleicht würde er sich dann doch die FFP2-Maske aufsetzen oder einfach rausrennen? (Spoiler-Alert: Tat er nicht.)

Auch die Komiker*innen, die bei „LOL“ im Wohnzimmer sitzen und sechs Stunden lang versuchen müssen, über die Scherze der anderen nicht zu lachen, waren bester Laune. Anke Engelke (die Einzige, die bei allen drei Staffeln dabei war) brachte es auf den Punkt: „All die Dinge, die man nicht antizipieren kann, sind das Problem.“ Und dass sie grundsätzlich zu freundlich ist – ein Nachteil bei diesem Format. Olaf Schubert nannte den Dreh eine „angenehme Erfahrung“ und sogar Christoph Maria Herbst war ungewohnt euphorisch – für ihn sei die Anfrage wie „Weihnachten und Ostern an einem Tag“ gewesen, er habe sofort zugesagt. Zwischendurch allerdings ereilte ihn eine große Unsicherheit: „Oh Gott, ich mache lieber eine Umschulung!“ (Spoiler-Alert: Das merkt man nicht. Bei den beiden ersten Folgen, die gezeigt wurden, ist er mit Abstand der Lustigste, weil er sich am allerwenigsten scheut, gezielt Kolleginnen aus dem Konzept zu bringen.)

Wie bisher sitzt wieder Michael Bully Herwig am Buzzer und überprüft, wem die Gesichtszüge entgleiten – und also: wen er rauswerfen muss. „Ich spiele nicht Schiedsrichter, ich bin das. Und mache das unglaublich ungern!“, erzählt er. Das sieht man ihm an. Die Besetzung ist auch diesmal ein Who’s Who der deutschen Comedy-Szene: Außer den Erwähnten sind noch Abdelkarim, Carolin Kebekus, Palina Rojinski und Axel Stein dabei, aus der Schweiz Hazel Brugger. Mit ihrem großen Talent, sich zum Huhn zu machen, fällt sogar Nicht-Komikerin Michelle Hunziker nicht negativ auf, im Gegenteil. Die Schnuten, die sie zieht, um nicht lachen zu müssen, sind famos.

Nach der Vorführung und vor der Party erinnerte Bully nach ein bisschen Plauderei natürlich an den verstorbenen Mirco Nontschew, der hier noch einmal mit all seinen unfassbaren Grimassen zu sehen ist. Es gab Standing Ovations – zwischen all den Lachern der berührendste Moment des Abends.