„Blair Witch“-Reboot trifft im Herbst auf die TikTok-Generation
Der Reboot von „The Blair Witch Project“ startet am 24. September 2027 in den Kinos – mit VHS-Ästhetik im Smartphone-Zeitalter.
1999 wirkte „The Blair Witch Project“ vor allem deshalb so beängstigend, weil das Found Footage eines verschwundenen Filmteams aus einer Zeit stammte, in der man im Wald auf sich allein gestellt war – kein Smartphone, keine Rettung per Knopfdruck. Die Produzenten des Films wollen diesen Horror nun für die Gegenwart neu erfinden: Am 24. September 2027 soll ein neues Kapitel der Franchise in den Kinos starten.
Eine Handlung oder ein Konzept haben sie noch nicht verraten – würde etwa ein mysteriöses Video mit dem Hashtag #TheBlairWitchChallenge auf dem FYP auftauchen? Ein Teaser von Lionsgate auf Instagram deutet immerhin an, dass die unglückseligen Hexenopfer diesmal Zugang zu digitalen Kameras hätten, deren Aufnahmen aussehen wie VHS-Kassetten mit Tracking-Problemen. Lionsgate-Chef Adam Fogelson hatte bereits angekündigt, der Reboot werde „eine neue Vision für Blair Witch bieten und diesen Horrorklassiker einer neuen Generation vorstellen“.
Regie führt Dylan Clark, der bislang vor allem mit Kurzfilmen und einer Episode der Horrorserie „Bloody Bites“ auf sich aufmerksam gemacht hat. Das Drehbuch stammt von Chris Thomas Devlin, der bereits das Skript für den „Texas Chainsaw Massacre“-Reboot von 2022 sowie „Cobweb“ verfasst hat – laut „The Hollywood Reporter“ arbeitet Devlin derzeit an einer Überarbeitung des Textes.
Regisseur über seinen Traum
„‚The Blair Witch Project‘ ist einer der Filme, die mich zum Filmemachen gebracht haben“, schrieb Clark im Mai auf Instagram. „Die Möglichkeit zu haben, gemeinsam mit einigen der Menschen, die für seine Entstehung verantwortlich sind, in diese Welt einzutauchen, ist ein absoluter Traum.“
Joshua Leonard und Michael C. Williams, die Stars des Originals von 1999, sind als Executive Producer dabei – ebenso wie Daniel Myrick und Eduardo Sánchez, die das Original gemeinsam inszeniert haben. Gregg Hale, der den ersten Film co-produziert hat, ist auch diesmal als Produzent an Bord.
Das Original war ein Überraschungserfolg: Mit einem Budget von gerade einmal 35.000 Dollar spielte „The Blair Witch Project“ weltweit 248 Millionen Dollar ein. Der Film wurde zum Phänomen und zog eine ganze Franchise nach sich – Bücher, Comics, Videospiele und unzählige Parodien inklusive. Ein aufwendiges Sequel im Jahr 2000, „Book of Shadows: Blair Witch 2“, konnte seine Kosten zwar mehr als wieder einspielen, enttäuschte die Kritiker jedoch auf ganzer Linie. Auch ein weiterer Nachfolger, „Blair Witch“ (2016), erhielt gemischte Kritiken.
Platz 12 der besten Horrorfilme
Das Original belegt Platz 12 auf der ROLLING-STONE-Liste der 101 besten Horrorfilme aller Zeiten. „Die wackelige Kamera, die körnigen Bilder, die packend ungeschliffenen Performances: ‚The Blair Witch Project‘ ließ einen spüren, dass jederzeit etwas Schreckliches passieren könnte – und das aus jeder Richtung“, schrieb das Magazin damals.