Bob Dylan darf französischen Ehrenlegionärs-Orden erhalten


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Erst im Mai letzten Jahres hatte sich Bob Dylan – angeblich ohne dabei auch nur ein ein einziges Wort zu sagen – von Barack Obama die Freiheitsmedaille umhängen lassen, die als höchste zivile Auszeichnung der USA gilt. Bald darf er sich vielleicht zusätzlich noch den französischen Ehrenlegions-Orden ans Revers heften.

Und das, obwohl sich Ordens-Großkanzler Jean-Louis Georgelin in der Vergangenheit anscheinend dagegen ausgesprochen hatte. Seine Argumentation: Bob Dylan habe sich gegen den Vietnam-Krieg stark gemacht UND Marihuana konsumiert. Auch Marine Le Pen von der nationalistischen Partei „Front National“ zeigte sich „schockiert“: „Jeder Beliebige“ bekäme mittlerweile die Auszeichnung, sagte sie.

Die französische Kulturministerin Aurélie Filipetti sieht das aus einer anderen Perspektive, schließlich sei Dylan in den USA ja auch mit der höchsten Auszeichnung des Landes bedacht worden. Und General Georgelin verweist mittlerweile auf den Ordensrat. Dieser habe das „chaotische Leben und die Texte des außergewöhnlichen Künstlers“ begutachtet und ihn schließlich für würdig erklärt. Die „Kontroverse“ scheint damit zumindest für ihn beendet zu sein.

Der Orden geht auf eine Initiative von Napoléon Bonaparte zurück. Mit ihm sollen zivile Verdienste, ausgezeichnete Talente und große Tugenden geehrt werden. Die Annahme wurde bereits von vielen berühmten Menschen verweigert, so zum Beispiel von Jean-Paul-Sartre, George Sand und Maurice Ravel. Angenommen wurde er in jüngerer Zeit zum Beispiel von Sir Paul McCartney und U2-Sänger Bono.