Bob Dylan spielt „Basement Tapes“-Perle „You Ain’t Goin‘ Nowhere“ erstmals seit 14 Jahren

Zwei Tage nachdem Dylan die obskure „Basement Tapes“-Rarität „Baby, Won't You Be My Baby“ zum ersten Mal seit ihrer Aufnahme vor 59 Jahren gespielt hatte, legte er nach.

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Zwei Tage nachdem er seine Hardcore-Fans mit dem extremen Deep Cut „Baby, Won’t You Be My Baby“ am Eröffnungsabend seiner Sommertour verblüfft hatte – einem Song, den er seit seiner Aufnahme vor 59 Jahren nicht mehr angefasst hatte – kehrte Bob Dylan am zweiten Abend seiner Tour in Woodinville, Washington, erneut zu den „Basement Tapes“ zurück und eröffnete die Show mit „You Ain’t Goin‘ Nowhere“.

Das war nicht ganz so überraschend wie „Baby, Won’t You Be My Baby“, denn „You Ain’t Goin‘ Nowhere“ ist ein bekannter Song, den alle gespielt haben – von den Byrds bis Tom Petty and the Heartbreakers. Dennoch war es das erste Mal seit 2012, dass Dylan ihn live gespielt hat. Außerdem ließ er die Gitarristen Doug Lancio und Bob Britt leichte Harmoniegesänge beisteuern. In der Larry-Campbell/Charlie-Sexton-Ära der späten Neunziger und frühen Nullerjahre war es üblich, dass Dylans Bandmitglieder mit ihm sangen – doch das wurde vor weit mehr als 20 Jahren vollständig abgeschafft.

Der Rest des Sets ähnelte stark dem ersten Abend, allerdings strich Dylan seine Version von Bo Diddleys „I Can Tell“, fügte „Love Sick“ hinzu und veränderte die Reihenfolge einiger Songs leicht. Auf dem Programm standen außerdem Lucinda Williams und das John Doe Folk Trio. Am ersten Abend spielte Doe einige Nummern seiner Band X („See How We Are“, „Burning House of Love“ und „The New World“) und sang den Judy-Garland-Standard „Over the Rainbow“. Williams wiederum holte „Car Wheels on a Grave Road“, „Joy“ und weitere Klassiker heraus.

Long Hot Summer Tour 2026

Die Tour hatte bei ihrer Ankündigung keinen Namen, doch auf den T-Shirts am Merchandise-Stand steht: Long Hot Summer Tour 2026. Man möchte meinen, das sei Bob Dylans Art, den 25. Jahrestag der Kultkomödie „Wet Hot American Summer“ von 2001 zu feiern – aber das ist natürlich reiner Zufall. (Wer das „Wet Hot“-Jubiläum lieber musikalisch begehen möchte: Ken Marino und David Wains Middle Aged Dad Jam Band touren zum 25. Jahrestag. Die beiden liefern einen wirklich sensationellen Abend aus Musik und Comedy.)

Dylans Tour geht am 7. Juni mit einer zweiten Show im Chateau Ste. Michelle Winery in Woodinville, Washington, weiter und endet am 1. August in Nashville. Als wir über „Baby, Won’t You Be My Baby“ berichteten, scherzten wir darüber, dass Dylan auf dieser Tour weiter durch die „Basement Tapes“ graben könnte, und wünschten uns „I’m Not There“, „Goin‘ to Acapulco“, „I’m Your Teenage Prayer“ und „Sign on the Cross“. Die Chancen, dass er einen dieser Songs spielt, sind astronomisch gering – aber noch vor wenigen Tagen hätten wir gesagt, ein „Baby, Won’t You Be My Baby“ live sei ein Eins-zu-zehn-Millionen-Szenario, und es ist trotzdem passiert.

Springsteen und die Basement Tapes

Die „Basement Tapes“ scheinen gerade in der Luft zu liegen: Am 5. Juni, als Dylan zwischen seinen ersten beiden Shows eine Nacht Pause einlegte, spielte Bruce Springsteen „I Shall Be Released“ gemeinsam mit Sheryl Crow bei einem Sonderkonzert in Long Branch, New Jersey, anlässlich der Eröffnung des Bruce Springsteen Center – das erste Mal überhaupt, dass er diesen „Basement Tapes“-Klassiker gespielt hat. Vielleicht setzt sich das fort, und Ariana Grande spielt am zweiten Abend ihrer Tour „Yea! Heavy and a Bottle of Bread“, Rush bringt „Open the Door Homer“ im L.A. Forum, und Gracie Abrams kramt später im Jahr „Tiny Montgomery“ hervor.

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Wir wären schon glücklich, wenn Dylan „Baby, Won’t You Be My Baby“ einfach den ganzen Sommer über im Set behält. Seine Band hat praktisch jede Nuance der Originalaufnahme nachgebildet. Dieser Song verdient es, den ganzen Sommer lang zu erklingen.

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil