Bono: Wie war das wirklich mit Paula Yates und Michael Hutchence von INXS?


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In seiner jüngst veröffentlichten Autobiografie „Surrender“ taucht Bono auf 640 Seiten tief in das Innenleben der internationalen Popmusik ab. Schließlich zählte er viele VIPs der Szene zu seinem engen Bekanntenkreis. Und da kann schon mal vorkommen, dass nicht alle mit seiner Lesart der Zeitgeschichte d’accord gehen.

In einer Hintergrundstory der „Mail on Sunday“ wird ihm etwa vorgeworfen, er hätte seine Rolle erheblich geschönt, als er seine Freundin Paula Yates schwer brüskierte – indem er ablehnte, der Patenonkel der 1996 geborenen Tochter Tiger Lilly zu werden.

In seinen Memoiren beschreibt er, wie er seine Freundschaft zu TV-Moderatorin Paula Yates und ihrem INXS-Liebhaber Michael Hutchence wegen deren wilden Sex-&-Drugs-Lifestyle beendete. Mit der Verweigerung der Patenschaft wäre das Tischtuch zwischen den beiden Parteien endgültig zerrissen gewesen. Die Verbindung brach jäh ab.

Sensibler Blick: Michael Hutchence
Sensibler Blick: Michael Hutchence

In „Surrender“ heißt es dazu: „Es hätte die größte Ehre sein sollen, als Michael und Paula meine Frau Ali und mich anriefen, um uns zu bitten, Paten von Tiger Lily zu werden. Doch wir fühlten uns spontan überfordert. Sie befanden sich im freien Fall, gefangen im Strudel des Drogenkonsums, der für alle Freunde zu harter Arbeit ausgeartet war …“

Eine Aussage, die Paula Yates‘ rechte Hand Gerry Agar-Fennell auf die Zinne brachte. Er bezeichnete es als „absurd“ und erzählte in der „Mail on Sunday“, dass Bono die Anfrage in Wirklichkeit wegen seiner engen Freundschaft mit Paulas Ex Bob Geldof abgelehnt habe.

In einem aktuellen Interview mit dem Radiosender RTE führte der U2-Frontmann seine Sicht der Dinge aus. Sein Freund Hutchence wäre „in einem Loch verschwunden“, gerade nach der Geburt der Tochter.

Im Gespräch mit Moderator Brendan O’Connor sagte er: „Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich mag es, wenn. Aber es gibt einen Punkt, an dem plötzlich nicht mehr DU mit dem Feuer spielst, sondern das Feuer spielt mit DIR. Genau das habe ich bei Michael Hutchence beobachtet.“

Der wahre Hintergrund für Bonos Reaktion, so diverse Londoner Boulevard-Blätter, sieht ganz anders aus: Superstar Hutchence lernte Rockjournalistin Paula Yates kennen, als sie noch mit Bonos engem Freund Bob Geldof verheiratet war, mit dem sie bereits zwei gemeinsame Kinder hatte.

Bob Geldof mit Ex-Frau Paula Yates und den Töchtern Pixie und Peaches (Baby), 1989.

Bono stand zu Bob. In seinem Buch erzählt er von „harten Momenten“, als er inmitten dieser „chaotischen Situation“ steckte. Und weiter: „Er (Hutchence) traf in Paula jemanden, der ihn absolut anbetete. Und das war sehr schwer, weil sie auch Bob Geldof liebte, und wir steckten mittendrin.“.

Bono erklärte, dass er und Ali die Entscheidung damit begründeten, dass sie das „destruktive“ Verhalten von Michael und Paula nicht ertragen konnten, vor allem, wenn ein kleines Kind im Spiel war. Der U2-Frontmann räumt mittlerweile ein, dass er seine Entscheidung bis heute bereut. Er sagte im Radio: „Nun, es war ein Fehler. Ich bedaure das zutiefst!“

Michael wurde 1997 tot in einem Hotelzimmer in Sydney aufgefunden, während Paula im Jahr 2000 an einer Überdosis Heroin starb.

Martyn Goodacre Getty Images
lf/rh