Bremsen für Hitler


So sicher wie die „Bild“ immer gern „full frontal female nudity“ blitzen lässt, versteckt der „Spiegel“ seit Jahrzehnten verlässlich ein Hitlerbild in jeder Ausgabe. Wer weiß, vielleicht ändert sich das aber jetzt, wo doch das neue Mitglied der Chefredaktion von der „Bild“ kommt? (Gern würde ich dafür, falls Interesse besteht, den Slogan „Busen statt Bärtchen“ bereitstellen, ich persönlich kann ihn eh nicht gebrauchen.)

Hitler nervt – aber so ist das eben mit der aktuellen Hitlerthemadichte in der medialen Öffentlichkeit: Kaum ist Jonathan Meese aus dem Schneider, der ständig Hitlergrüße vollführt, und zwar als reine Kunst (und nicht etwa aus Bock), und kaum hat sich dieser russische „Fliegende Holländer“-Sänger sein Hakenkreuz auf der Brust mit einer Art Heavy-Metal-Zauberwürfel übertätowieren lassen, obwohl er seinen Bayreuth-Auftritt eh schon vorsorglich selbst abgesagt hatte, da läuft ein Werbespot bei YouTube, der Daimler anscheinend mehrere Herzkasper verursachte: Ein Mercedes rauscht durch eine ländliche Gegend, und das „Collision Avoidance System“, der automatische Bremsassistent, lässt die silberne Limousine vor zwei Mädchen stoppen, die beim Spielen auf die Straße geraten. Ein kleiner Junge hat es kurz danach nicht so gut: Der Mercedes nietet ihn um, eine Frau ruft verzweifelt „Adolf!“, ein Ortsschild mit „Braunau“ kommt ins Bild, und spätestens, wenn der Junge auf der Straße liegt und seine Gliedmaßen subtil ein Hakenkreuz nachbilden, setzen mit dem Slogan „Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen“ die Lacher ein. Harhar.

Da der Spot unautorisiert ist und mit dem Daimler-Konzern nichts zu tun hat, was auch durch eine Unterzeile deutlich gemacht werden musste, ergibt sich eine interessante Situation für den Absolventen der Ludwigsburger Filmakademie, der ihn gedreht hat: Kann er mit einem „First Steps Award“ ausgezeichnet werden, für den er nominiert ist, obwohl einer der „First Steps“-Sponsoren der von ihm durch den braunen Kakao gezogene Autohersteller ist? Zumal das Werbefilmchen dem unfreiwillig Beworbenen ja in jedem Fall Probleme bereitet: Entweder macht sich der Spot subversiv darüber lustig, dass das PS-starke Luxusauto behauptet, tatsächlich durch die Verbesserung eines Bremssystems Gefahren zu vermeiden. Das wäre dann eine zarte Rundum-Kritik an der Technikgläubigkeit eines jeden Autoherstellers, der die Tatsache ignoriert, dass mehr und schnellere Autos auf den Straßen selbstredend auch mehr Unfälle für Fußgänger bedeuten, bessere Bremsen oder nicht. Oder, und das ist noch viel gruseliger, der Regisseur möchte in das „Ich war es nicht – Adolf Hitler ist es gewesen“-Horn tuten, die Verantwortung abwälzen, und behaupten, wenn man den Kerl nur rechtzeitig totgefahren hätte, dann hätte sämtliche nationalsozialistische Kacke nie angefangen zu dampfen, denn die „Gefahr“ Adolf Hitler sei gebannt, und damit das „Opfer“ Deutschland erlöst. (Rein technisch ist das mit der Prävention eine Idee, die schon in Steven Spielbergs „Minority Report“ von 2002 amtlich ausgewälzt wurde, in dem Tom Cruise als „Precrime“-Polizist Mörder verhaftet, bevor sie zustechen. Die zugrunde liegende Kurzgeschichte stammt übrigens, wie in solchen Fällen üblich, von Science-Fiction-Genie Philip K. Dick.)



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1. Strawberry Fields im Central Park, New York City Nach dem Tod von John Lennon ließ Yoko Ono einen kleinen Teil des New Yorker Central Parks zu Ehren des ermordeten Musikers gestalten – der Name „Strawberry Fields“ bezieht sich auf den Beatles-Song „Strawberry Fields Forever“. Teil der Gedenkstätte ist ein Mosaik mit dem Wort „Imagine“: https://www.instagram.com/p/Bry6GQGguv8/ Ganz in der Nähe befindet sich auch das Dakota Building, in dem Lennon und Ono wohnten. Davor geschah am 8. Dezember 1980 auch das tragische Attentat auf den Musiker. https://www.instagram.com/p/BrwEKoDH5fX/ 2. Heddon Street in London Für das ursprüngliche Albumcover zu „The Rise and Fall…
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