Brigitte Bardot: Astraler Abschied an der Cote D´Azur – mit Le Pen

Brigitte Bardot wird am 7. Januar in Saint-Tropez beigesetzt. Die Zeremonie findet ohne Kameras statt, Marine Le Pen kommt. Alle Details zur Trauerfeier.

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Das legendäre Riviera-Städtchen Saint-Tropez macht sich bereit für den stillen Abschied von Kino-Legende Brigitte Bardot.Die Beisetzung der Schauspielerin und Sängerin findet diesen Mittwoch (7. Januar) in der Kirche Notre-Dame de l’Assomption statt – bewusst low key, ganz ohne Promi-Zirkus. Eine Grablegung auf ihrem illustren Anwesen „La Madrague“ hatten die Behörden nicht genehmigt.

Es soll weder Kameras noch Reden oder gar eine inszenierte Show geben. Auch die Gästeliste ist weitgehend top secret. Einzig Rechtsaußen-Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat ihr Kommen schon vor Tagen verkündet.

Bardot hatte über ihre späten Jahre hinweg mit dem Rassemblement National, vormals Front National, sympathisiert. Der amtierende Präsident Macron und seine Frau Brigitte lassen sich nicht blicken.

Paris hält sich zurück

Beobachter aus Paris sprechen davon, dass das „Thema BB“ in Zeitungen und Magazinen an den Kiosken der Hauptstadt weitgehend runtergefahren wird. Die Zeremonie selbst bleibt exklusiv und handverlesen, alle Eingeladenen wurden laut dem Magazin „Le Parisien“ gebeten, ihre Anwesenheit nicht öffentlich zu machen. „Keine Varieté-Show“, lautet die klare Ansage der Fondation Brigitte Bardot.

Route durch Saint-Tropez

Örtliche Medien berichten über Einzelheiten zur Beerdigung der am 28. Dezember 2025 im Alter von 91 Jahren verstorbenen Ikone des 1950er- und 1960er-Kinos. Die Stadtverwaltung erklärte, dass sie in enger Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden, der Familie von Frau Bardot und der Brigitte-Bardot-Stiftung Unterstützung leistet, „unter vollständiger Achtung der Privatsphäre, des Andenkens und der Wünsche ihrer Angehörigen“.

Der Trauerzug soll gegen 10:00 Uhr starten und durch die Straßen ziehen, sodass die Öffentlichkeit die Gelegenheit hat, Madame Bardot die letzte Ehre zu erweisen. Die geplante Route führt über den Bouillabaisse-Kreisverkehr in Richtung Place des Lices, dann entlang der Rue Sibilli und den Hafenkais. „Die Öffentlichkeit ist eingeladen, diesen Moment entlang der Route mit respektvoller Ehrerbietung zu verfolgen“, heißt es in einer Verlautbarung aus Saint-Tropez.

Familie und enge Freunde

Erwartet wird Bardots Sohn Nicolas-Jacques Charrier, der seit Jahrzehnten in Norwegen lebt, gemeinsam mit seinen Töchtern und Enkelkindern. Ihr Auftritt dürfte besonders emotional werden – auch weil das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn lange als schwierig galt, sich aber zuletzt wieder angenähert hatte.

Aus der französischen Musikszene ist zu hören, dass Chico von den Gipsy Kings dabei sein wird. In den 80ern verband ihn und seine Band eine enge Freundschaft mit Bardot – sie förderte die Band bei legendären Partys an der Côte Saint-Tropez und soll sogar inkognito mit ihnen „gejamt“ haben. Vor Ort sein werden auch Tier- und Umweltaktivisten, die Bardots zweite Karriere geprägt haben.

Darunter Allain Bougrain-Dubourg und Paul Watson, Sea-Shepherd-Gründer und langjähriger Mitstreiter, der sie schon in den 1970ern auf die Eisschollen zu den Robben begleitete. Zu erwarten ist ein stiller Abschied für eine Frau, die Pop, Film, Protest und Provokation wie kaum eine andere vereint hat. Saint-Tropez sagt leise Adieu zur vielleicht größten Ikone des französischen Cool.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.