Bruce Springsteen: So klingt „We Take Care Of Our Own“ vom Album „Wrecking Ball“


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Bruce Springsteen
Bruce Springsteen – „Wrecking Ball“

Am Freitag erscheint mit „We Take Care Of Our Own“ die erste Single aus dem neuen Album von Buce Springsteen, das den Namen „Wrecking Ball“ trägt. Unser Forum war natürlich mal wieder bestens informiert und diskutiert bereits eifrig über die Qualität des neuen Songs.

>>>> Hier „We Take Care Of Our Own“ im Stream hören!

User „TomJoad“ trifft die Sache ganz gut: „Erster Eindruck : Bewährte Bruuuce Qualität und live-tauglich!“. Das kann man so unterschreiben. „We Take Care Of Our Own“ ist eine typische Springsteen-Hymne im besten Sinne – üppig produziert von Ron Aniello, wie wir schon im November spekulierten. Damals schrieb US-Kollege Andy Greene: „Vor einigen Monaten postete Ron Aniello auf seiner Website, dass er der Produzent eines neuen Springsteen-Albums sei. Der Post wurde schnell wieder entfernt. Springsteen hat bekanntlich nur mit einer Handvoll Produzenten gearbeitet in seiner langen Karriere – und ist nach ‚The Rising‘ immer wieder bei Brendan O’Brien gelandet. Aber die Sache ist die: Bruce wurde immer in der Nähe von O’Briens Studio in Atlanta gesichtet, wenn die beiden an etwas arbeiteten. In den letzten Monaten lässt sich keine Sichtung vermelden, was darauf schließen lässt, dass O’Brien nicht involviert war. Aniello hingegen produzierte Patty Scialfas 2007er-Album ‚Play It As It Lays‘, also ist er zweifelsohne mit dem Springsteen-Camp verbunden. Man könnte nun vermuten, Ron Aniello habe das Album produziert, vielleicht in Bruces Home Studio, aber definitiv weiß man das noch nicht.“

Gestern erfuhr Greene zudem von Springsteen-Manager John Landau, „Wrecking Ball“ sei „großes Kino. Es ist ein Rock-Album, dass Bruces klassischen Sound mit den Erfahrungen aus den Seeger Sessions kombiniert, mit neuen Soundtexturen und Stilen.“ Über die Arbeit mit Aniello sagte Landau: „Es war ein kreatives Experiment, mit einem neuen Produzenten zu arbeiten. Bruce und Ron haben mit einer Vielzahl von Musikern gearbeitet, um etwas zu kreieren, das zugleich frisch ist – und rockt.“ Laut den US-Kollegen seien an der Arbeit unter anderem auch Ex-Pearl-Jam-Drummer Matt Chamberlain und Rage-Against-The-Machine-Gitarrist Tom Morello involviert. Letzterer passt gut zu Landaus Aussage, „Wrecking Ball“ habe „gesellschaftskritische Untertöne“. Der Hollywood Reporter hatte zuvor bereits gemeldet, eine Springsteen-Vertrauter habe gesagt, Bruce fühle, es sei das „wütendste Album, das er je gemacht hatte.“

„We Take Of Our Own“ ist zwar nicht im direkten Sinne wütend, aber die sozialen Untertöne sind in jeder Zeile spürbar. So singt Springsteen zum hymnischen Schlagzeug, zu Orgel, zum Chor, zu „Hey! Hey!“-Rufen im Hintergrund:

„we take care of our own
we take care of our own
wherever this flag’s flown
we take care of our own“

Man kann viel in diese so simplen wie kraftvollen Refrain-Zeilen hinein interpretieren: Ein Hymne gegen soziale Kälte und Ungerechtigkeit, gegen den Tunnelblick der politischen Lager in den Staaten, der auch das gemeine amerikanische Volk infiziert – und erkalten lässt.

„I’ve been lookin‘ for the map that leads me home
I’ve been stumblin‘ on good hearts turned to stone
those good intentions have gone dry as bone
we take care of our own“

Eine spannende Frage, ob „Wrecking Ball“ im Allgemeinen und „We Take Care Of Our Own“ im Speziellen als Weckruf an das amerikanische Volk funktioniert – ob Album und Song überhaupt so gemeint sind. Dennoch lässt sich nach diesem ersten, starken Track erneut konstatieren, dass Springsteen seine Fähigkeit, den Nerv seiner Landsleute zu treffen, nicht verlernt hat.

Was die Vorfreude auf das Roskilde Festival und auf diese Daten nur noch mehr steigert:

25.05.2012 Fr. Frankfurt / Commerzbank-Arena

27.05.2012 So. Köln / RheinEnergieStadion

30.05.2012 Mi. Berlin / Olympiastadion

12.07.2012 Do. Wien / Ernst Happel Stadion

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