Bruce Springsteen: Vier Dinge, die wir über die Tour und das Album wissen wollen


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Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Bruce Springsteen und die E Street Band werden im nächsten Jahr in Europa touren – und ein neues Album mitbringen. Die Bekanntgabe geizte mit Details, es schien jedoch so zu sein, dass einige große Festivals in UK kurz davor standen, ihre Line-ups zu veröffentlichen. So musste das Springsteen-Lager schließlich eingestehen, dass was im Gange ist. Bis jetzt steht fest: Es wird vier Live-Daten gaben – und ein neues Album.

Das ist bis jetzt alles, was wir wissen. Hier eine Liste, was wir wissen wollen:

1. Wer produzierte das Album?
Vor einigen Monaten postete Ron Aniello auf seiner Website, dass er der Produzent eines neuen Springsteen-Albums sei. Der Post wurde schnell wieder entfernt. Springsteen hat bekanntlich nur mit einer Handvoll Produzenten gearbeitet in seiner langen Karriere – und ist nach „The Rising“ immer wieder bei Brendan O’Brien gelandet. Aber die Sache ist die: Bruce wurde immer in der Nähe von O’Briens Studio in Atlanta gesichtet, wenn die beiden an etwas arbeiteten. In den letzten Monaten lässt sich keine Sichtung vermelden, was darauf schließen lässt, dass O’Brien nicht involviert war. Aniello hingegen produzierte Patty Scialfas 2007er-Album „Play It As It Lays“, also ist er zweifelsohne mit dem Springsteen-Camp verbunden. Man könnte nun vermuten, Ron Aniello habe das Album produziert, vielleicht in Bruces Home Studio, aber definitiv weiß man das noch nicht.

2. Wie stark ist die E Street Band involviert?
Die E Street Band kriegt lediglich bei Live-Alben offizielle Credits und ihr Einfluss bei den Studioalben war über die Jahre mal stärker, mal schwächer. Springsteens 1987er Album „Tunnel Of Love“ war vordergründig ein Soloalbum, aber jedes aktuelle Bandmitglied (und Clarence Clemons) spielten eine Rolle auf der Platte – selbst wenn Clemons zu den Backgroundsängern abgeschoben wurde. Zudem waren alle bei der Tour zum Album dabei. Es bleibt also unklar, ob dieses Album im Stile von „Tunnel Of Love“ sein wird, oder ob es eher in der Tradition von „Magic“ und „The Rising“ liegt, wo die E Street Band sehr viel präsenter vertreten ist.

Die Lage wird noch mehr vernebelt durch eine Reihe von Tweets, die der ehemalige Pearl Jam-Drummer Matt Chamberlain im April verschickt hatte: „When the boss calls you gotta go,“ schrieb er. „Today I’m heading out to NJ to record with that guy from there, so excited.“ Die Tweets wurden kurz darauf nicht nur gelöscht – Chamberlain schaltete gleich seinen kompletten Account ab. Warum sollte Chamberlain auf einem Springsteen-Album spielen? Oder wurde er für eine andere Art Projekt gerufen? Vielleicht ein Patti Scialfa-Album? Schwer zu sagen…

3. Wie wird Bruce mit dem Fehlen von Clarence Clemons umgehen?
Clarence spielte eine große Rolle im Sound und im Look der E Street Band, selbst wenn Bruces Musik seit „Born In The USA“ nicht mehr so stark auf das Saxophon setzte. Als Max Weinberg 2009 einige Shows nicht spielen konnte, ist sein Sohn Jay eingesprungen. Bruce hat also Erfahrung, wenn es darum geht, fehlende Bandmitglieder durch  Familienmitgliedern zu ersetzen – und Clarences Neffe Jake Clemons ist ein recht begabter Saxophonspieler (wie man in dem Video unten sieht, wo Jake „Drive All Night“ von Bruce mit The Swell Season covert). Wäre also möglich, das Jake einspringt. Oder Bruce bringt gleich ein ganzes Bläser-Ensemble auf, mit Jake am Sax. Bitte nicht vergessen: All das ist bisher zu 100% Spekulation. Wir wissen wirklich nicht, was passieren wird. Es kann ebenso sein, dass es überhaupt keine Blasinstrumente auf der Bühne geben wird. Während er 92/93er „Other Band“-Tour wurden die Saxophonparts allesamt in Gitarrenparts geändert – und nur „Born To Run“ bekam die Saxophonbehanldung. Wir werden sehen, was passiert.

4. Wie können sie die letzte Tour noch toppen?
Obwohl es genau genommen zwei getrennte Touren zu zwei Alben waren, hat die E Street Band die meiste Zeit zwischen 2007 und 2009 on the road verbracht. Während dieser Zeit spielten sie in der Halbzeit beim „Super Bowl“, beim Glastonbury, beim Bonnaroo, acht Shows im Giants Stadium und gefühlt in jeder Arena in den Staaten – und in allen möglichen Stadien in Europa. Sie haben außerdem sechs Alben am Stück durchgespielt und fast jeden Abend noch Publikumswünsche erfüllt. Kurz: Es war eine unglaubliche Tour! Nun sind sie also wieder on the road, ohne Clarence Clemons. Den Run von 2007/2008/2009 zu toppen scheint unmöglich – aber wir zweifeln nicht daran, dass Springsteen bereit ist, diese Herausforderung anzunehmen.