Bürgermeisterin fordert Absage von Kanye Wests Konzert

„Military City USA sollte jemanden mit einer Vorgeschichte von Hassrede und antisemitischen Äußerungen niemals in einer städtisch finanzierten Einrichtung wie unserem Alamodome auftreten lassen“, schrieb Bürgermeisterin Gina Ortiz Jones.

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Die Bürgermeisterin von San Antonio hat die Absage von Kanye Wests Konzert im städtischen Alamodome gefordert, das für den 4. Juli geplant ist.

Wochen nachdem der Florida-Senator Rick Scott die Tampa Sports Authority aufgefordert hatte, Wests bevorstehende Konzerte im Raymond James Stadium abzusagen, sprach sich auch San Antonios Bürgermeisterin Gina Ortiz Jones gegen einen Auftritt des Rappers in der texanischen Stadt aus.

„Ich befürworte die Absage des @kanyewest-Konzerts“, schrieb Jones in den sozialen Medien. „Military City USA sollte jemanden mit einer Vorgeschichte von Hassrede und antisemitischen Äußerungen niemals in einer städtisch finanzierten Einrichtung wie unserem Alamodome auftreten lassen – erst recht nicht am 4. Juli, dem 250. Geburtstag unserer Nation.“

Absagen wegen Antisemitismus

Die laufende Tournee des Rappers ist von Absagen geplagt, die auf Wests antisemitische Vergangenheit zurückgehen. Im April strich das Wireless Festival, das in Londons Stadtteil Finsbury Park stattfinden sollte und West als Headliner vorsah, die diesjährige Veranstaltung – nachdem Großbritannien ihm das Visum verweigert hatte. Kurz darauf wurde auch sein geplantes Konzert in Polen abgesagt, ebenfalls im Zusammenhang mit seinen antisemitischen Aussagen und seiner Verherrlichung des Nationalsozialismus.

Im Januar hatte West im „Wall Street Journal“ eine ganzseitige Anzeige veröffentlicht, in der er sich für jahrelange antisemitische und andere umstrittene Äußerungen entschuldigte. Der Rapper führte seine Entgleisungen auf eine lange Geschichte psychischer Probleme zurück, die ihn in einen „zerbrochenen Zustand“ versetzt hätten, in dem er sich „dem zerstörerischsten Symbol zugewandt habe, das ich finden konnte – dem Hakenkreuz – und sogar T-Shirts damit verkauft habe“, wie er erklärte. „Ich bereue meine Handlungen in diesem Zustand zutiefst und schäme mich dafür. Ich bekenne mich zur Verantwortung, zur Behandlung und zu echtem Wandel. Das rechtfertigt jedoch nicht, was ich getan habe. Ich bin kein Nazi und kein Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen.“

Trotz seiner Entschuldigung stößt West bei der Planung seiner Welttournee weiterhin auf Widerstand – dennoch gelang es ihm in diesem Jahr, unter anderem in der Türkei, den Niederlanden und Georgien sowie im SoFi Stadium im kalifornischen Inglewood aufzutreten.

Konzerte vorerst bestätigt

Ungeachtet der Einwände von Scott und Ortiz Jones stehen Wests Auftritte in Tampa Bay am 26. und 28. Juni sowie in San Antonio am 4. Juli weiterhin im Programm. „Dem Antisemitismus entgegenzutreten ist genau das, was es braucht, um eine vollkommenere Union zu erreichen“, fügte Ortiz Jones hinzu.

Daniel Kreps schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

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