Bushido vor dem Schritt in die Politik


von

Hätte man ja auch nicht gedacht: Bushido ist auf einmal Thema auf der Website des amerikanischen Rolling Stone. Aber nicht, weil er einen HipHop-Song geschrieben hat, der sogar Jay-Z und Snoop das Fürchten lehrt, sondern weil sein Schritt in die Politik, den er via Twitter ankündigte und gestern in der Bild bestätigte, anscheinend auch Übersee als einigermaßen obskur oder interessant eingeschätzt wird.

Wer die Hintergründe noch nicht aus der Boulevard-Presse hat. In einem Interview mit der Bild sagte Bushido, auf die Frage, ob er tatsächlich eine Parte gründen werde: „Ich werde, ich gründe. Die Unterlagen sind da. Meine Partei wird zunächst auf Landesebene aktiv, in Berlin.“

Seine Ziele formulierte er wie folgt: „Ich will Regierender Bürgermeister von Berlin werden. Aber dass wir zumindest in das Abgeordnetenhaus einziehen, halte ich für wahrscheinlich.“ Allerdings wisse er, dass das erst wieder 2016 bei der nächsten Wahl möglich sei. „Die Geduld habe ich“. Einen Namen gäbe es noch nicht, „Bushido-Partei“ werde sie jedoch auf keinen Fall heißen.

Den von der Bild scherzhaft vorgeschlagenen Slogan „Mehr Netto fürs Ghetto“ wolle er so nicht unterschreiben: „Ich komme nicht aus dem Ghetto, sondern aus der Mittelschicht. Aber richtig ist, dass ich mich für die Menschen in den Rand- und Problembezirken einsetzen möchte. Vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund.“

Seine politischen Ideen für ein noch zu schreibendes Parteiprogramm klingen dann jedoch gar nicht so hanebüchen: „Zum Beispiel: Ausländer sollen es in Deutschland leichter haben. Dafür müssen sie aber Deutsch lernen. Ich will mehr Anreize schaffen, das freiwillig zu tun. Wichtig auch: Es gibt in Deutschland Regeln und Gesetze. Und wer sich nicht daran hält, der bekommt ein Problem.“

Von seinen Texten distanzierte sich Bushido erneut: „Diese Texte sind Vergangenheit. Das war meine Umgangssprache. Ich habe nichts gegen Schwule. Und mein Gott, wir lieben Frauen, Frauen sind sexy.“ Zeilen wie diese wird er im Wahlkampf also lieber verschweigen: „Willkommen auf dem Asphalt er singt dir ein Lied, / guck zum Horizont, was willst du Kind hier, / zwischen Männern die mit Hero und Koks ticken, / wir sind die drei die euch Zecken in den Zoo schicken. / Die euch so ficken, bis ihr euer Blut kotzt, / ich bin Berliner der nicht redet sondern zuboxt. / Deine ganze Familie sind Taschenspieler, / ich werd zu 90 % morgen Waffendealer. /Ich werd es machen wie der Cowboy im Western, / ich drink nur noch Whiskey und fick deine Schwestern. / Bring mir alle deine Kumpels und Pfadfinder, /geht macht ne Boyband und nennt euch die Arschkinder.“

Ob das alles mal wieder ein Witz ist? „Ist es nicht. Ihr werdet sehen. Ich habe den Vorstand größtenteils bereits beisammen.“ Seine Wunschliste weckt daran jedoch schon wieder Zweifel: „Also wenn ich könnte, würde ich Moritz Bleibtreu, Dieter Bohlen und Boris Becker mit an Bord holen. Letzterer würde sich aber nicht um das Thema Finanzen kümmern.“

Außerdem darf man davon ausgehen, dass seine Meinung zum Thema Frauenquote in  Berlin nicht wirklich auf breite Zustimmung stößt: „Wir leben in einer Zeit, in der wir keine Frauenquote brauchen, da der Frau doch alles offensteht. Wenn eine Frau doch Karriere machen möchte, soll sie ihre Arschbacken zusammenkneifen und arbeiten. Warum brauchen wir dann noch eine Quote?“