Chemical Brothers und das Ende des Kopfkinos: Neues, visuelles Album „Further“ im Juni


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Die Chemical Brothers melden sich am 04. Juni mit ihrem siebten Studioalbum zurück. „Further“ wird es heißen – was man ersten Informationen zufolge durchaus als Marschrichtung auslegen kann. Denn ähnlich wie Animal Collective, die gerade ein „visuelles Album“ produzieren oder Massive Attack, die ihr Album von Kurzfilmregisseuren bebildern lassen, wollen die Chemical Brothers die visuelle Komponente ihres Schaffens verstärkt in das Album einfließen lassen. Dafür arbeiten die Chemical Brothers mit Adam Smith und Markus Lyall zusammen – ersterer konzipiert bereits seit 1994 die teilweise spektakulären Hintergrundfilme, die einem Live-Gig der Chemicalbrothers erst die hirnsprengende Wirkung verleihen, die sie bekanntlich haben können.

Für die acht Songs wurde jeweilige Filme produziert, die dann logischerweise gesammelt auf der DVD-CD-Version von „Further“ versammelt werden. Die Musik dazu soll laut eines Statements des Labels Freestyle Dust / Parlophone eher den Live-Sets gleichen bzw. der Reihe limitierter 12-Inches, die Tom Rowlands und Ed Simons als „Electronic Battle Weapon“ veröffentlichten und die das Duo besonders experimentierfreudig zeigten. Von einer „Reise durch knapp 40 Jahre elektronischer Geräusche“ ist da die Gerede – was zwar vollmundig klingt, man sich aber bei den Chemical Brothers gut vorstellen kann.

Interessant ist die Entwicklung allemal, gerade elektronische Musik mit entsprechenden Visuals anzureichern – was bei Live-Sets ja schon oft der Fall ist. Das wirft allerdings die Frage auf, ob es sich irgendwann überhaupt noch lohnt, ein Album dieser Art bloß anzuhören und sich nicht gleichzeitig anzuschauen. Da sieht man doch schon die entrüsteten Feuilleton-Artikel vor sich: „Das Ende des Kopfkinos“.

Chemical Brothers – „Do It Again“ (live auf dem Glastonbury 2008)

Chemical Brothers – „Get Yourself High“ und „Hey Boy! Hey Girl!“ (live auf dem Glastonbury 2008)