Chris Martin von Coldplay hat auf Pilzen das Universum verstanden


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Man ahnte es ja schon, als man zum ersten Mal die Coldplay-Single „Coloratura“ vom kommenden Album „Music Of The Spheres“ hörte: Die epischen zehn Minuten und 18 Sekunden klingen schon ein wenig so, als wäre mindestens einer der Beteiligten mal auf Pilzen bis nach Betageuze Fünf und zurück gereist.

Martin: „Ich habe nur einmal Magic Mushrooms gegessen.“

Im Podcast „You Made It Weird“ des amerikanischen Comedians Pete Holmes wurde Chris Martin nun gefragt, ob er jemals psychedelische Drogen genommen hätte. Darauf antwortete er: „Ich habe nur einmal Magic Mushrooms gegessen.“ Keine unangenehme Erfahrung, wie er zugab: „Ich habe es geliebt, es war toll. Es hat meine Vermutungen über das Universum bestätigt. Ich dachte dabei: ‚Jepp, das scheint so zu stimmen.‘“

Chris Martin bemühte sich jedoch, die Erfahrung nicht zu verklären: „Ich funktioniere nicht so gut auf Drogen oder Alkohol. Das macht meine Musik kaputt. Manchen Menschen helfen Drogen vielleicht dabei kreativ zu sein, bei mir ist das nicht so.“ Deshalb habe er – trotz des positiven Eindrucks – nie wieder diese Drogen genommen. „Nach dieser Erfahrung hatte ich einfach das Gefühl, sie genügte mir, um das Universum zu verstehen. Also brauchte ich sie nicht noch mal.“

Jon Hopkins neues Album wirke ähnlich wie die Pilze, so Martin

Bei der Gelegenheit machte Chris Martin noch ein wenig Werbung für seinen guten Kumpel Jon Hopkins und sagte, man brauche die Drogen nicht, um an diesen Punkt der Einsicht zu kommen. Musik könnte einen ähnlichen Effekt auslösen, zum Beispiel das für November angekündigte Hopkins-Album „Music For Psychedelic Therapy“. Hopkins ist allerdings durchaus Freund von diesen Sinnesreisen. Er sagte dem Autor dieser Zeilen vor einigen Jahren im Interview für ein anderes Magazin: „Die tiefere Realität erschließt sich, wenn wir uns nachts die Sterne anschauen und diesen winzigen Teil des Universums vor Augen haben. Diese simple, aber weitreichende Erkenntnis kam mir, seitdem ich regelmäßig meditiere. Und ich hatte einige psychedelische Erfahrungen, die sie vertieften – und die ich in meiner Musik, transportieren will. Mir geht es um die Idee, bis zum größtmöglichen Bild herauszuzoomen – um zu erkennen, dass die Dinge viel simpler sind, als wir sie haben werden lassen. All die Arbeit, die wir Menschen jeden Tag auf der ganzen Welt verrichten, wird von der schieren Größe des Universums überstrahlt. All die Dinge, die uns Sorgen bereiten, sind im Vergleich bloß ein winziges Staubkorn. Wenn ich mir das bewusst mache, erfüllt es mich mit Ruhe und diesem Gefühl des Staunens, das ich vermitteln will.“ Der erste Song vom neuen Album klingt dementsprechend: