Collien Fernandes moderiert Shitstorm gegen Böhmermann

Collien Fernandes setzt sich mit kritischen Kommentaren zur „ZDF Magazin Royale“-Folge auseinander.

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In der neuesten Ausgabe des ZDF Magazin Royale widmet sich Jan Böhmermann dem Fall um Collien Fernandes und stößt damit einmal mehr eine hitzige Diskussion an. Aber auch die Moderatorin nutzt die Folge, um in den sozialen Medien weiter den Fokus auf die Debatte um sexualisierte digitale Gewalt zu lenken. Auf Instagram kommentiert sie unter einem eigenen Post zur Sendung und wird so zur aktiven Stimme im erwartbaren Shitstorm gegen Böhmermanns Aussagen.

Streitpunkt: Unschuldsvermutung

Im Fokus der Sendung steht weniger der konkrete Vorwurf als ein juristisches Prinzip: die Unschuldsvermutung. Böhmermann erklärt, dass diese vor allem für staatliche Verfahren gilt – im gleichen Sinne jedoch nicht für Privatpersonen. Daraus leitet er die These ab, dass man „privat Schuld vermuten“ dürfe, wenn sie naheliegend erscheine.

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Reflexartig gab es zu Collien Fernandes‘ Post über die Folge zahlreiche Kommentare, die Böhmermanns Aussagen mehr als kritisch sehen oder der Moderatorin Lügen unterstellen. So heißt es in der Kommentarspalte zum Beispiel: „Ich bevorzuge hier eher ein deutsches Gericht und dessen Urteil zum Nachlesen, falls es überhaupt zur Anklage kommt. Die spanische Justiz sah ja schon mal keine Notwendigkeit. Lügen haben nie Substanz vor Gericht.“

Fernandes kontert allerdings umgehend: „Das ist nicht wahr! Da die Taten in Deutschland begannen und in Spanien fortgesetzt wurden, sah man Deutschland in der Zuständigkeit. Ausdrücklich ging es laut Gericht NICHT um Fragen der strafrechtlichen Relevanz! Und EXAKT DAS ist der Punkt, um den es hier geht. Nicht auf Fakten wird geschaut, sondern auf das, was bewusst suggeriert wird.“

Emotionalisierte Debatte

An anderer Stelle kommentiert ein Instagram-User zu einer Randdiskussion rund um das Thema: „Diese Schmierenkampagne zur Durchsetzung der Klarnamenspflicht und der digitalen Identität ist mit einem Wort erklärt: ERBÄRMLICH.“ Darauf antwortet Fernandes: „Weder Hate Aid noch ich sind für die Durchsetzung einer Klarnamenspflicht! Bitte anfangen mit Fakten auseinanderzusetzen!“

Auf den Vorwurf „Wilde Behauptungen einer EX-FRAU! Ohne Beweise!!“, antwortet Collien Fernandes: „Liegen alle dem Spiegel vor. Warum hat denn die Gegenseite nichts vorgelegt? Und warum glaubt man eigentlich dem, der gar nichts dazu sagen will, beziehungsweise Dinge sagt und dann (den Medien) den Druck dessen, was man erzählt hat, verbietet? Das wirkt auf dich glaubwürdiger?“

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In einem weiteren Post auf dem Instagram-Profil von Collien Fernandes sieht man aber auch zahlreiche positive Botschaften. Darunter zum Beispiel von Ruth Moschner: „Auf den Punkt! Volle Solidarität mit Collien und allen, deren Glaubwürdigkeit in Frage gestellt wird und unter Androhung von Gewalt zum Schweigen gebracht werden sollen.“

Christian Ulmen wehrt sich indes über seine Anwälte vehement gegen die Vorwürfe seiner Ex-Frau. Über seinen Anwalt bestreitet er, Deepfakes von ihr verbreitet zu haben.

Kristina Baum schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.