Der Charme der ‚2 Broke Girls‘


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Es ist natürlich hoffnungslos altmodisch, aber manchmal schaue ich Serien gern auf die traditionelle Art: einmal in der Woche denselben Sender einschalten, eine Folge schauen, dann auf die nächste warten. Keine komplette Staffel an einem Abend, keine Doppelfolgen. Nicht auf Abruf verfügbar, nicht auf iTunes runterladen. Hin und wieder macht das Spaß – und es gibt Serien, von denen ich mir nicht gleich eine DVD kaufen würde, aber auf die ich mich doch immer freue.

Zum Beispiel: “ 2 Broke Girls“ (dienstags um 21.15 Uhr auf ProSieben). Die Sitcom von Michael Patrick King („Sex And The City“) und Whitney Cummings („Whitney“) ist natürlich nicht so modern wie „Girls“, aber auch nicht so anstrengend: Während man mit Lena Dunham dauernd mitleiden muss, weil ihre Komplexe und Probleme so realistisch sind, geht es bei den beiden jungen Frauen in Williamsburg entspannter zu. Max (Kat Dennings) und Caroline (Beth Behrs) sind sehr ungleiche Freundinnen: Die eine war schon immer arm und schlägt sich mit losem Mundwerk und rabiater Hemdsärmeligkeit als Kellnerin durch. Ihren „Chef“ Han Lee behandelt Max wie einen lästigen Wicht, den Avancen von Koch Oleg begegnet sie mit souveräner Gleichgültigkeit. Nur beim alten Kassierer Earl zeigt sie bisweilen ihr Herz.

Caroline versucht sich ebenfalls als Kellnerin, doch ihre Perlenkette, die blondierte Föhnfrisur und High Heels deuten schon darauf hin, dass ihre Biografie komplizierter ist: Der Vater hat das Vermögen verspielt, mit dem Familiengeld gingen das Luxusloft und die Freunde verloren. Jetzt ist Caroline pleite und auch noch ihrer Naivität beraubt, aber sie glaubt immer noch – an ihre gemeinsame Zukunft mit der neuen Mitbewohnerin. (Die Serie hat übrigens auch Potenzial: In den USA läuft bereits die zweite Staffel.)

Max hat die besten Sprüche und kann backen, Caroline hat den guten Willen und kann verkaufen. Die beiden wollen einen Cupcake-Laden eröffnen – und das ist auch schon der ganze rote Faden dieser Geschichte. Es passiert nicht viel, weder im dürftigen Diner noch in der abgerockten Wohnung. Hin und wieder lugt Carolines Pferd in die Küche – die einzige Pointe, die nicht zündet. Der Gaul nervt. Mit ihm wird das Spaßrad das entscheidende Stück überdreht, wie damals bei Phoebe/Ursula in „Friends“ oder bei der irren Oma in „Die Nanny“. Dass das Cupcake-Geschäft wahrscheinlich niemals eröffnet wird, macht dagegen gar nichts – gerade der gefühlte Stillstand, das alltägliche Nichts macht ja eine gute Sitcom aus. Die besten Sitcoms waren immer die, bei denen man hinterher gar nicht sagen konnte, worum es eigentlich ging. Was ist in den 207 Folgen von „King Of Queens“ passiert? In den 164 von „Mad About You“? Den 180 von „Seinfeld“? Sehr wenig. Wenn die Charaktere stimmen und die Dialoge, braucht es praktisch keine Handlung. 



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