Der Unbeugsame

Für Ian McCulloch zählen ECHO & THE BUNNYMEN immer noch zu den besten Bands der Welt

Ian McCulloch braucht eine Pause. Es hat ihn aufgewühlt Wie immer, sagt er, wenn’s um diese Themen geht Um seinen Freund und „seinen“ Gitarristen Will Sergeant, den Tod seines Vaters, die Wiederbelebung von Echo & The Bunnymen, die für den Sänger und Frontmann von ebenso grundlegender Bedeutung sind wie ein Dach über dem Kopf.

Er ist wirklich bewegt dieser Mann, der als 19-Jähriger mit Akustikgitarre, ahnungsvollem Bassisten, intuitivem Gitarristen und der Rhythmustnaschine JEcho“ im Hinterzimmer seiner Gitarristeneltern erste Schritte zu Echo 8C The Bunnymen tat Und wenngleich es um 1980 herum nicht eben wenig Bemerkenswertes gab in England – man denke nur an Bauhaus oder The Cure-^geriet ihr Debüt zu einem der großen seiner Zeit „Crocodiles“ atmete die postexplosiven Dämpfe des britischen Punk ein und in scharf geschnittenen, energisch psychedeüsierten Melodien mit einer Stimme wieder aus, die beseelt genug schien, Morrison und Cohen den Schneid abzukaufen.

Fortan riefMcCulloch die Bunnymen zur besten Band aller Zeiten aus, wann immer es ging, und stieg schnell zum arrogantesten Arschloch des Pop auf. Ein Ruf, der ihm bis heute anhängt Auch 2001- nach acht Alben, Drogen, Burn-Out, dem Unfalltod von Drummer Pete De Freitas, Trennung und Reunion im Jahre ’97 – lässt der unbeugsame Mack kaum andere Götter neben sich gelten: „Ich muss mich nur nicht mehr dauernd darüber auslassen. Es reicht mir heute, zu wissen, dass wir neben Beatles, Stones, Doors, Velvet Underground und vielleicht Nirvana zu den besten Bands des Planeten gehören. Und vielen anderen scheint das mit dem neuen Album auch so zu gehen: Hey, klingt ja wie Echo 8C The Bunnymen! Keine Vergleiche mehr mit anderen Bands.“

Eine echte Band auch mit drei neuen, sagt Ian, die erheblichen Anteil hatten am schnellen Gelingen der Platte. In zehn Stunden geschrieben und in vier Wochen produziert, knüpft „Flowers“in seiner dynamischen Unmittelbarkeit an das Debüt und an „Ocean Rain“ (’84) an. Ohne denjuvenilen Impetus natürlich, aber gerade jetzt, sagt McCulloch, habe Sergeant so besondere und besonders gute Sachen gespielt Er nennt seinen besten Freund den „Dylan Thomas der Gitarre“. Und dann braucht er eine Pause.

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