Die 10 besten Reissues von 2025
Die zehn besten Wiederveröffentlichungen 2025: Boxsets und Archive von Dylan, Springsteen, Patti Smith und mehr – Pflichtstoff für Musikfans.
5. Lotti Golden – „Motor-Cycle“ (High Moon)
Lotti Golden war eine frühreife Songwriting-Veteranin der New Yorker Hitfabriken, als sie mit 19 Jahren auf „Motor-Cycle“ (1969) ihre innere Laura Nyro und Aretha Franklin entfesselte. Produziert vom Four-Seasons-Mastermind Bob Crewe und von Atlantic direkt in die Ramschkiste geschickt, ist das Album Goldens Acid-Soul-Memoir ihres Lebens und Liebens im East Village.
Sie berichtet von der Avenue A wie ein Tag-Team aus dem Rockopern-Komponisten Pete Townshend und einer bikerhaften Joni Mitchell. Golden hatte später größeren Erfolg als Pop-Autorin und Produzentin. Doch da „Motor-Cycle“ nach 54 Jahren wieder erhältlich ist, hält sie nun ihr echtes Rendezvous mit dem Ruhm.
4. Wilco – „A Ghost Is Born (Expanded Edition)“ (Nonesuch)
Wilcos Meisterwerk von 2004, das zweite in Folge nach Jeff Tweedys Plattenlabel-Kriegs- und Art-Pop-Suche auf „Yankee Hotel Foxtrot“, war bereits in Bewegung, bevor letzteres offiziell erschien. Entwürfe aus dem Februar 2002 des Neu!-artigen Stampfers „Spiders (Kidsmoke)“ und der Ballade „Hummingbird“ gehören zu den faszinierenden Skizzen, verworfenen Ansätzen und später geretteten Songs in dieser Darstellung der langen, fesselnden Entstehung von Ghost.
Unverzichtbar für die Erzählung ist ein Konzert in Boston, bei dem Wilco das Album mit zwei neuen Mitgliedern auf Tour bringen. Gitarrist Nels Cline und Multiinstrumentalist Pat Sansone. Eine Besetzung, die in ihrem 21. Jahr noch immer jede Bühne zerreißt.
3. Buckingham Nicks – „Buckingham Nicks“ (Rhino)

Fleetwood Mac war eine Bluesband auf Lebenserhaltung, als Schlagzeuger Mick Fleetwood Stevie Nicks und Lindsey Buckinghams Debüt von 1973 als romantische und kreative Partner hörte. Er band das Schicksal seiner Gruppe an Nicks’ vokalen Zauber in „Crying in the Night“, an die Country-Blues-Kicks in Buckinghams Fingerpicking und an das Power-Balladen-Finale „Frozen Love“.
„Buckingham Nicks“ scheiterte bei Erscheinen. Es klingt nun aber – nach einer Ewigkeit im Sammler-Fegefeuer – so, als wäre es immer bereit für die große Bühne gewesen. Ein perfekt geschliffener Diamant früher Siebziger-Songkunst und natürlicher Harmonie. Süße Gerechtigkeit: Die Wiederveröffentlichung stieg in die Top 20 der Billboard 200 ein.
2. Bob Dylan – „Through the Open Window: The Bootleg Series Vol. 18 1956–1963“ (Columbia/Legacy)
Bevor er Woody Guthrie sein wollte, war Bob Dylan ein angehender Fats Domino. Dieser Genesis-Band der Bootleg Series – Dylans New Yorker Entwicklung vom Guthrie-Imitator zum originellsten amerikanischen Folk-Sänger und Songwriter seit seinem Idol – beginnt mit dem Barden am Klavier im Alter von 15 Jahren, wie er 1956 auf einer Musikladen-Acetatplatte New-Orleans-R&B hämmert.
Die Wurzeln reichen danach tief und weit in Wohnungs-, Studio- und Clubaufnahmen, Dylan jagt seine Muse durch das Gemeingut-Liedrepertoire, bis zur Premiere von „Blowin’ in the Wind“ im April 1962 im Gerde’s Folk City. Der Aufstieg gipfelt in einem Konzert 1963 in der Carnegie Hall. Dylan mit 22. In absoluter Kontrolle über seine Szene. Und bereit, sie hinter sich zu lassen.
1. Patti Smith – „Horses (50th Anniversary)“ (Arista)
Patti Smiths Debüt von 1975 braucht keine Neueinführung. Doch dieses Zwei-CD-Set, ergänzt um Pre-LP-Demos und Arbeitsfassungen aus den von John Cale produzierten Sessions, dokumentiert in bislang unveröffentlichtem Detail das Bekenntnis der Sängerin und Poetin zu Risiko und Staunen auf Horses.
Geschmiedet in den Vorbildern Bob Dylan und William Blake, bewaffnet mit der Barband-Heldenhaftigkeit ihrer Gruppe, ist Horses ein ganzes Leben im Träumen. Smith entnahm die unsterblichen Anfangszeilen ihrem Gedicht „Oath“ von 1970. Doch da ist auch die harte Arbeit der Transzendenz: die Ungeduld zu fliegen in einer mitreißenden „Gloria“-Version ohne Schlagzeug. Ein elektrisierendes „Birdland“ mit Worten und Beschwörung im Entstehen. Horses ist der Klang davon, wie Smith eine Stimme und eine Zukunft im Rock & Roll findet. Hören Sie, wie sie dorthin gelangte.