Die Alben der Woche vom 25. September – mit Julia Holter, New Order, Kurt Vile u.v.m.


Album der Woche

Julia Holter – „Have You In My Wilderness“

Julia-Holter-have.you-in-my-wilderness-01.jpgMan muss die Rätsel nicht lösen. Man darf sich einfach davontragen lassen, den Worten hinterherlauschen, in den Melodien tauchen wie in einem kristallklaren Bergsee. „Language is such a play“, heißt es in „Silhouette“, bevor sich der Song schließlich von einem Strom aus Streichern, Stimmen und Spinett­stakkato mitreißen lässt. Julia Holters Lyrik ist so präzise wie geheimnisvoll, sie tut es der Musik gleich.

„Have You In My Wilderness“ ist ein berückend schönes, unkitschiges, konzentriertes Album. Es fügt sich nicht wie die drei zuvor einer konzeptuellen Idee, weder folgt es griechischen Mythen, noch verweist es auf einen Alain-Resnais-Film, es beinhaltet tatsächlich eine eher lose zusammen­hängende Song-Sammlung. Ihr viertes ist bei aller Intellektualität und allen avantgardistischen Restspuren auch Julia Holters bislang eingängigstes Album. Hier entwickelt sich eine durch Elektronik und Digitalismus geprägte Künstlerin weg von ihren Ursprüngen, hin zu konventionelleren Songstrukturen und tradierten Produktionsweisen. Mehr noch als auf dem Vorgänger, „Loud City Song“, konzentriert sich die 30-Jährige auf ihre Interpretation dessen, was eine klassische Song-Architektur sein könnte. Holter gestaltet sie mit analogen Instrumenten, mit Geigen, Klarinetten, Kontrabass und Cembalo, mit Refrains und Chören und ihrer unverstellten, klaren Stimme. Sie führt die Melodie, die Instrumente wogen beständig.

Kaum etwas von dem, was Julia Holter singt, ist greifbar. Sie schreibt keine Erzählungen, Holters Lyrics sind fragmentarische Skizzen, Traumbilder. In meinem Lieblingslied, „Sea Calls Me Home“, wird sogar maritim gepfiffen und ein Saxofon spielt auf. Allein was der wie kalt gegen den Wind gerufene Refrain „I can’t swim/ It’s lucidity/ So clear“ bedeutet, bleibt unklar. Herrlich verweht und sehnsüchtig auch „Betsy On The Roof“, wo Holter ein „Uh-oh!“ entfährt, da oben auf dem Dach, und man nicht weiß, ob sie springen wird. Es regnet schon lange nicht mehr. Ein kalter Wind streicht ihr durch das Haar.



Alzheimer-Benefit-Album mit New Order, Jon Hopkins, Anna Calvi und Weiteren

Am Freitag (19. Juni) erscheint das Album „The Longest Day – A Benefit for the Alzheimer's Association”, bei dem verschiedene Künstler zusammenkamen, um Alzheimer-Patienten zu unterstützen. New Order, Hayden Thorpe und Jon Hopkins, Anna Calvi, Sad13, Cold Specks, Moby, Algiers, Beach Slang und weitere Musiker nahmen die insgesamt 17 Songs auf – jeder steuerte einen Song bei. Alzheimer's Association Sämtliche Einnahmen, die durch das Album gemacht werden, gehen an die „Alzheimer’s Association“. Die Non-Profit-Organisation aus Chicago kümmert sich nicht nur um die Pflege von Alzheimer-Erkrankten, sie arbeitet außerdem auch an der Erforschung der Demenz-Krankheit. Auf dem Gebiet der Alzheimer-Erforschung ist…
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