‚Ding Dong! The Witch Is Dead‘: auf Platz eins der britischen Charts

Die Facebook-Kampagne war erfolgreich: Der Song "Ding Dong! The Witch Is Dead" aus dem Film "Der Zauberer von Oz", steht auf Platz eins der britischen iTunes-Charts. Mit dem Titel will man auf den Tod der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher anspielen.

Der Zauberer von Oz, 1939

Der Song „Ding Dong! The Witch Is Dead“ aus dem Film „Der Zauberer von Oz“ steht auf Platz eins der britischen iTunes-Charts. Damit erwies sich eine Facebook-Kampagne als erfolgreich. Die Facebook-Gruppe wollte mit dem Liedtitel, 1939 eingesungen von Judy Garland, auf den Tod der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher anspielen und rief zum Kauf bei iTunes auf.

In den regulären britischen Singles-Charts steht das Lied derzeit auf Platz zehn. Dass Hits mittels Internetkampagnen möglich sind, bewies man bereits 2009 – „Killing In The Name“ von Rage Against The Machine besetzte damals die Nummer-Eins-Position während der Weihnachtszeit. Der Aufruf zum Kauf wurde auch 2009 schon über Social-Media-Kanäle befeuert.

Die BBC, die traditionell in ihrer Radio-1-Chartshow die aktuelle Hitliste spiegelt, erwäge laut des „Independent“ derzeit noch, ob „Ding Dong!“ am Sonntag angespielt wird. Ein Sprecher sagte: „Wir entscheiden das, wenn die finale Chartposition fest steht.“

In der Musikwelt meldeten sich zum Tod Margaret Thatchers auch Künstler zu Wort. So hatte Morrissey zwei kritische Briefe verfasst. In seinem zweiten Brief vergleicht Morrissey England mit einer Diktatur. Er geht davon aus, dass Protestierende beim Begräbnis Thatchers von der Polizei mit Tränengas vertrieben werden würden: „Vereintes Königreich? Syrien? China? Wo ist da der Unterschied?“

Morrissey kritisierte den Umgang der britischen Presse mit Kritikern der ehemaligen Staatschefin. Wenn man nicht „pro-establishment“ sei, so der Sänger, werde jeder hinterfragende Kommentar gleich als „explosiver Angriff“ umgedeutet. „Thatcher hat sich einen Scheiss für das Volk“ interessiert, schreibt Morrissey auf der Fanzine-Seite „True To You“, keine Politikerin habe das Volk mehr verachtet als sie. David Cameron, der jetzige Premierminister Englands, ignoriere mit seinem Gedenken an die verstorbene „Tory“-Parteikollegin die berechtigte Kritik an ihrer früheren Politik.

Bereits 1984 hatte Morrissey bedauert, dass Margaret Thatcher nicht bei einem IRA-Attentat ums Leben gekommen war. Klar, dass er nicht in Tränen ausgebrochen ist, nachdem der Tod von Margaret Thatcher verkündet worden war.

Im Gegenteil: in einem ersten, offenen Brief verfasste Morrissey für die US-amerikanische Webseite „Daily-Beast“ einen wenig schmeichelhaften Nachruf. Darin schreibt Morrissey unter anderem:

„Sie zerstörte die Britische Fertigungsindustrie, sie hasste die Minenarbeiter, sie hasste die Künste, sie hasste die irischen Befreiungskämpfer und erlaubte, dass sie starben; sie hasste die Armen in England und tat nichts um ihnen zu helfen, sie hasste Greenpeace und Umweltschützer; sie war die einzige europäische Staatsführerin, die sich gegen ein Verbot des Elfenbeinhandels aussprach, sie hatte weder Witz noch Wärme und sogar ihr eigenes Kabinett schmiss sie raus (…) Eisern? Nein. Barbarisch? Ja.“

AON
Abonniere unseren Newsletter
Verpasse keine Updates