Highlight: Überfälle, Ratten, Hipster – Urlaubstipps per Fernsehserie

„Doc meets Dorf“, „Christine“ und „Sekretärinnen“: Der neue, halb lustige Donnerstag bei RTL

Muss eine deutsche Chirurgin Fritzi Frühling heißen? Sollte sie affektiert amerikanisch klingende Sätze aufsagen wie „Ich hatte es alles“? Und wenn so eine Frau im OP-Raum gerade erfahren hat, dass der Geliebte mit einer anderen verlobt ist – schreit sie dann wirklich „Fick dich und die Schleimspur, auf der du reingekommen bist, Kollege!“ und schlägt ihn zu Boden? Nicht in meiner Welt. Der neue Serien-Donnerstag bei RTL beginnt ab morgen um 20.15 Uhr mit dieser Szene aus „Doc meets Dorf“ – und vieles kommt einem wie ein Déjà-Vu vor: Die Zicke kennt man aus „Pastewka“, den Schönling aus „Doctor‘s Diary“, und die Geschichte gleicht der von „Hart Of Dixie“ aufs Haar, nur dass es hier kein Alabama gibt – und wenig Charme.

Fritzi Frühling flüchtet nach der Peinlichkeit im Großstadtkrankenhaus nach Kanada – was, haha, ein Kaff in Brandenburg ist. Dort laufen nicht nur Gänse, Schafe und eine böse Trutsche namens Trude herum, sondern auch ein attraktiver Tierarzt und ein noch attraktiverer Nachbar. Die Chirurgin muss sich der Landbevölkerung annähern, ihre Patienten machen es ihr schwer, die Gummistiefel sitzen nicht. Das reicht im Grunde für ein Dutzend nette Geschichten, aber die funktionieren nur mit einem starken Gesicht. Hauptdarstellerin Inez Bjorg David war zwar schon bei „Verbotene Liebe“, „Sturm der Liebe“ und bestimmt noch anderen Liebes-Serien dabei, doch erkennt man sie niemals wieder. Sie scheint so austauschbar wie Nova Meierhenrich oder Miriam Weichselbraun, die wenigstens mit einem herzigen Akzent besticht. Die gebürtige Dänin David hat hingegen so perfekt Deutsch gelernt, dass ihr jeder Ausdruck abhanden gekommen ist – was wiederum gut zu ihrer steifen Mimik passt. Während in „Hart Of Dixie“ Rachel Bilson als verirrte Doktorin verzaubert und putzige Dialoge über manches Klischee hinwegtrösten, fehlt bei „Doc meets Dorf“ einfach die Leichtigkeit.

Auch „Christine – Perfekt war gestern!“ (21.15 Uhr) erinnert verdächtig an eine amerikanische Serie: In „The New Adventures Of Old Christina“ spielte Julia Louis-Dreyfus („Seinfeld“) die überspannte Ex-Frau eines Filous, der mit einer Jüngeren anbandelt, aber nicht ganz aus ihrem Leben verschwinden kann. Diese Rolle übernimmt in der deutschen Version Diana Amft. Und es ist wieder mal ein Vergnügen, wie sie gleich in den ersten Minuten die Schnute macht, neurotische Gedanken pflegt, Träume und Realität kaum zusammenbringt. Wer „Doctor’s Diary“ nicht für albernen Kitsch hielt, darf sich hier zu Hause fühlen. Als allein erziehende Mutter schlägt sich Amft nicht nur mit dem schluffigen Ex, sondern auch der allgegenwärtigen Mütter-Mafia herum, sie versucht sich an moderne Dating-Regeln zu gewöhnen und redet bei allem Slapstick zum Glück nicht so dummes Zeug wie Fritzi Frühling. Eine Philosophin ist sie freilich auch nicht, eher eine Pragmatikerin, die weiß, wo ihre Probleme liegen: „Unsere Ehe war wie so ein Versteckspiel, nur dass sich am Ende beide versteckt haben und keiner mehr gesucht hat.“ Daraus könnte was werden. Und wenn nicht, dann kann man sich zumindest über Amfts strahlendes Lächeln freuen.

Der nächste Bekannte wartet um 21.45 Uhr, bei „Sekretärinnen – Überleben von 9 bis 5“. Der Titel ist ja schon Quatsch: Wer arbeitet hierzulande denn „nine to five“? Nach dem Schnittmuster einer US-Sitcom bleiben die Figuren eher cartoonhaft: Jochen Horst gibt den dauerfluchenden Geschäftsführer Berger, dessen Assistentin einiges auszustehen hat. Sie ist allerdings auch zu tapsig und arglos: Katja Neumann (Ellenie Salvo González) spricht ständig zu Gott, von dem sie sich ungerecht behandelt fühlt, und hüpft von einem Fettnäpfchen ins nächste. Doch sie hat – anders als alle anderen – keine Angst vor dem wildgewordenen Chef. Da fühlt man sich an selige „Typisch Sophie“-Zeiten erinnert, als die Schütt denselben Machotypen mit grenzenloser Naivität überwältigte.

Nichts Neues also am lustigen Donnerstag, aber das Wiedersehen mit Diana Amft entschädigt für trübe Ärztinnen und tumbe Assistentinnen.

Wo ist eigentlich Sophie Schütt abgeblieben?


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Todesursache Freddie Mercury: Woran starb der Queen-Sänger?

Todesursache Freddie Mercury, bürgerlich Farrokh Bulsara, starb am 24. November 1991 mit 45 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Einige Jahre vorher infizierte er sich mit dem HIV-Virus und litt danach an AIDS. Der genaue Zeitpunkt seiner Infektion ist bis heute unbekannt. Jim Hutton, Mercurys letzter Lebensgefährte, gab an, dass Mercury ab April 1987 von seiner Krankheit wusste. Mercury bestritt derlei Gerüchte zu dieser Zeit. Die übrigen Bandmitglieder von Queen wurden laut Hutton 1989 über den Gesundheitszustand des Queen-Sängers unterrichtet, doch Brian May datierte dieses Ereignis in seiner Biographie auf Januar 1991. Um 1990 verdichteten sich die Gerüchte um die Erkrankung…
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