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Die besten neuen Netz-Serien, Teil 1: „Bloodline“

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Die besten neuen Netz-Serien, Teil 1: „Bloodline“

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Die Angst, etwas zu verpassen, sitzt einem als Serien-Fan ständig im Nacken. Zwar kann man dank Netflix, Amazon Prime Instant Video oder Sky Go jetzt viele Staffeln jederzeit gucken, aber welche lohnen sich wirklich? Wir stellen die besten neuen Netz-Serien vor.

Teil 1: „Bloodline“

Das Geld, das Netflix in seine neuen Serien steckt, hat sich bislang meist gelohnt. Doch ist neben „House Of Cards“ und „Orange Is The New Black“ noch Platz für eine dritte Sensations-Serie? Und ob! „Bloodline“ ist ein Thriller, der im Laufe der 13 Folgen immer spannender wird und den Zuschauer keine Minute vom Haken lässt. Schon die Kulisse ist atemberaubend: Die Familie Rayburn residiert auf den Florida Keys, wo es wunderschöne Strände gibt und schreckliche Stürme, putzige Häuschen und schäbige Bars, in denen sogar noch geraucht wird. Die Sümpfe wirken wie ein Sinnbild für die Gesellschaft: So friedlich sieht alles aus, aber der Alligator lauert nur ein paar Zentimeter unter dem todstillen Wasser.

Kampf gegen die eigenen Dämonen

Die Eltern (Sam Shepard und Sissy Spacek) führen ein Hotel, ihre Kinder sind längst erwachsen und aus dem Gröbsten raus – denkt man. Bis Danny zurückkommt. Dass etwas nicht stimmt bei den Rayburns ist schnell klar – dafür braucht es die kurzen Szenen, die in die finstere Zukunft blicken, gar nicht. Man merkt es an der Art, wie Danny seine Geschwister ansieht – Ben Mendelsohn spielt den verlorenen Sohn mit subtiler Wut, sein falscher Stolz und die Verletzungen der Kindheit stehen ihm förmlich ins eigentlich niedliche Gesicht geschrieben.

Bloodline
Foto: Netflix

Doch auch die anderen Rayburns haben mit Dämonen zu kämpfen: Kevin (Norbert Leo Butz) mit dem Alkohol, Meg (Linda Cardellini) mit ihrer Untreue und Detective John (Kyle Chandler) mit all dem Bösen, das er ständig überall sieht. Nicht einmal er taugt zum Helden, aber ist er derjenige, der am meisten unter seinen eigenen Sünden leidet.

Klassische Tragödie

Nicht dass es der Serie jemals an Pein fehlen würde: Es gibt praktisch keinen glücklichen Menschen in dieser paradiesischen Inselwelt, alle treffen fatale Entscheidungen und quälen sich dann mit den Konsequenzen herum – es geht um häusliche Gewalt, Drogen, Menschenhandel. Die Konflikte brechen langsam hervor und sind bald nicht mehr zu stoppen – und genau das macht den Reiz von „Bloodline“ aus: Es ist eine klassische Tragödie, der man nicht entkommen kann.

Demnächst an dieser Stelle: weitere Tragödien, sehenswerte Komödien – und die nächste „True Detective“-Staffel.

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