Download-Album for free: Künstler covern „Is This It“ von den Strokes


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Auf Stereogum kann man ab sofort ein komplettes Cover-Album herunterladen. Elf Künstler nehmen sich auf „Stroked“ die Tracks von „Is This It“ der Strokes vor. Der Grund ist naheliegend: „Is This It“ feiert an diesem Samstag seinen zehnten Geburtstag, da der erste Release weltweit am 30. Juli 2001 erfolgte. Schon in der vergangenen Woche hatten wir ja über eine ähnliche Aktion für Nirvanas „Nevermind“ berichtet.

Die großen Namen mögen auf „Stroked“ zwar fehlen, aber Stereogum war ja schon immer eine Plattform, der herzlich egal, wie erfolgreich oder bekannt ein Künstler ist – Hauptsache die Musik gefällt.  Die geschätzten Produzenten und leider als „One Hit Wonder“ angesehenen Peter, Bjorn & John eröffnen mit dem Titelstück und versuchen dabei, das beiläufig Daher-Nölen von Julian Casablancas zu übernehmen. Das mag ein wenig bemüht klingen, macht im Zusammenspiel mit dem betont unterirdischen Gitarrensound aber dennoch Spaß. Verstörend gibt sich die kalifornische Künstlerin Chelsea Wolfe, die ein wenig klingt wie Zola Jesus in Lo-Fi und auf diese Weise „The Modern Age“ in ein apokalyptisches Zeitalter verwandelt. Die in den letzten Wochen heiß gehandelten Austra schlagen in die gleiche Kerbe und verwursten „Alone, Together“ zu einem somnambulen Goth-Pop-Song, der bloß klingt wie ein durchschnittlicher Austra-Songs. Aber das gib Sängerin Katie Stelmanis wenigstens zu: „This song was really hard for me to cover because in my opinion the greatest things about it are the performance and the production. It took a while, but ultimately I just made it sound like an Austra song, which is to be expected!“

Dann doch lieber The Morning Benders, die den Überhit „Last Night“ als quietschvergnügten, elektronisch aufgehübschten Indie-Pop servieren. Oder Owen Pallett, der klingt, als wolle er „Hard To Explain“ für das Stammpublikum der Berliner Philharmonie aufbereiten. Ebenso konsequent wie amüsant ist der Beitrag des MC Heems, sonst Mitglied von Das Racist: Er disst die „New York City Cops“ und Rudy Giuliani aufs Böseste. „Fuck the police. Fuck the NYPD. They never make me feel safer.“ Und später: „Fuck the New York pricks and dicks who wanna be a cop and a power-hungry idiot. They’re the worst people.“ Interessant auch das Heems anstelle von Linernotes diese Auflistung postete: „Michael Stewart, Eleanor Bumpurs, Amadou Diallo, Patrick Dorismond, Alberta Spruill, Timothy Stansbury, Abner Louima, Sean Bell, Ousmane Zongo, Randolph Evans, Anthony Baez, Clifford Glover, and Fermin Arzou were senselessly beaten or killed by the NYPD while unarmed.“

„Stroked“ ist am Ende allerdings kaum mehr als ein gutgemachtes Mixtape, dem vor allem das fehlt, was „Is This It“ ausgemacht hat – diese Konsistenz im Sound, diese charakteristische Produktion, diese alle 11 Songs durchziehende Mischung aus Schnodderigkeit und Genialität. Dennoch: Eine schöne Verneigung und mit den Beiträgen von Owen Pallett, Heems und The Morning Benders gibt’s darauf ein paar echte Highlights.

Alle Songs und die Linernotes der Künstler findet man hier.

Hier die Tracklist von „Stroked“:

01. Peter Bjorn And John – „Is This It“
02. Chelsea Wolfe – „The Modern Age“
03. Frankie Rose – „Soma“
04. Real Estate – „Barely Legal“
05. Wise Blood – „Someday“.
06. Austra – „Alone, Together“
07. The Morning Benders – „Last Night“
08. Owen Pallett – „Hard To Explain“
09. Heems – „New York City Cops“
10. Deradoorian – „Trying Your Luck“
11. Computer Magic – „Take It Or Leave It“