„Drei Tonnen Schwulst“: Alle 40 ESC-Teilnehmer in der Einzelkritik

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„Drei Tonnen Schwulst“: Alle 40 ESC-Teilnehmer in der Einzelkritik

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Der ESC 2015 nähert sich unaufhaltsam, über 40 Kandidaten aus europäischen Ländern wie Österreich und Australien kämpfen mit ausgewählten Musikstücken um die Gunst des Publikums.

Arne Willander hat sich jedes einzelne davon angehört und ist dabei zu den verschiedensten Einschätzungen gekommen. Von unterkühlt bis zackig, von gebläht bis blöd: erfahren Sie hier alles Wissenswerte über die ESC-Songs in seiner Songkritik:

Albanien: Elhaidá Dani, „I’m Alive“

Mit falschen Streichern, vorderorientalischem Gesummse und Kitsch-Chor aufgerüschte Kreischballade. Wird knapp.

Armenien: Genealogy, „Face The Shadow“

Musicalartiges Couplet mit männlich-weiblichem Wechselgesang und Unisono, dramatischem Glockengeläut und Operettenfinale. Finale.

Österreich: The Makemakers, „I Am Yours“

Klassische Siebziger-Jahre Klavierballade mit Emotionsgesang und ohne Produktionskitsch. Wahrscheinlich von Paul McCartney geklaut. Finale.

Australien: Guy Sebastian, „Tonight Again“

Das europäische Land Australien nimmt erstmals teil – mit einem schwungvollen R&B-Bläser-Schlager-Stück von einem Metrosexuellen. Kein Song-Contest-Material, aber nicht ohne Chance.

Aserbaidschan: Elnur Huseynov: „Hour Of The Wolf“

Der Name des Knödelsängers ist gut, die Kitschballade aus Versatzstücken zusammengeschustert. Drei Tonnen Schwulst. Reicht fürs Finale.

Belgien: Loic Nottet, „Rhythm Inside“

Von Beverly Jo Scott geschriebenes, unterkühlt-zackiges Synthesizer-Cabaret-Stück. Unbelgisch. Wird im Halbfinale eng.

Weißrussland: Uzari & Maimuna, „Time“

Eines der zuverlässigsten Kitschländer mit elektronischem Bummbatsch-Bombast und hysterischer Fiedel. Finale nicht ausgeschlossen.

Schweiz: Melanie René, „Time To Shine“

Die Schweiz hat einige begabte Songschreiberinenen – leider hat sie keine für den Wettbewerb ausgesucht. Überfrachtetes Pathos-Geträller mit E-Gitarren-Solo und Flöten. Ohne Erinnerungswert.

Zypern: John Karayiannis, „One Thing I Should Have Done“

Die schlichte Nummer zur akustischen Gitarre nebst künstlichen Streichern. Das Lied ist medioker, aber fast angenehm. Finale.

Tschechien: Marta Jandová & Vaclav Noid Bárta, „Hope Never Dies“

Marta Jandová wuchtbrummte bei der Band Die Happy und versuchte alles. Jetzt versucht sie es mit einem heiser röhrenden Hirschen. Vergeblich.

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