Dschungelcamp 2014: Triumph in der Kakerlakendusche

Noch lachten die Affen über Michael Wendlers PR-Gurke, nach Dusche, genüsslichem Mahl und Champagner ins Lager zurückzukehren, da bildete sich bei der Dschungelprüfung eine unwahrscheinliche Allianz: Die Antipoden Larissa und Winfried, zwischen denen 47 Lebensjahre liegen, mussten sich in überdimensionierten Sanduhren dem Befall von Maden, Kakerlaken, Ameisen und Krabben aussetzen. Glatzeder sang stoisch, im Stil von Steve McQueen in „Papillon“, vor sich hin, während Larissa wimmernd ihre Panik zu zähmen versuchte. „Wie lang ist es noch?“ schrie sie – und nach drei Minuten war alles vorbei. Die neuen Freunde vollführten ein kleines Freudentänzchen und verschwanden im Urwald. Zehn Sterne garantierten ein Festmahl aus Blechnäpfen.

Derweil häufen sich die Signale, dass die beiden Trantüten Gabby und Marco einander näher kommen. Marco hatte bereits vor der Reise in den Dschungel im „Playboy“ geblättert und dreist behauptet, er wolle sich nicht die Spannung nehmen. Nun nennt der Österreicher die von Mückenstichen malträtierte Gelegenheits-Sängerin frivol „Schokomaus“, die beiden kuscheln etwas beklommen im Dunkeln. Gabby hatte indes bereits verlauten lassen, der junge Arzt sei ihr „zu wenig Macho“. Das muss Zärtlichkeiten nicht ausschließen, wenn Marco auch nicht zum Alphatier mutieren wird.

Die Gemengelage verlangt nun eine Verlagerung zu den bisher Untätigen, da Larissa und Winfried die (allerdings leichte) Übung bestanden und Melanie noch Kredit hat. Jochen und Julian müssten sich jetzt beweisen, denn die erste Abwahl steht bevor. Die Schlafmützen Corinna und Tanja empfehlen sich für einen frühen Auszug, denn außer Huttragen haben beide nichts geleistet. Auch eine bloß gespielte Romanze könnte Gabby und Marco schützen – und Larissa ist den Zuschauern wahrscheinlich längst ans Herz gewachsen. Sie ist die einzige Kandidatin, die eine dramatische Entwicklung durchgemacht hat und der weitere Kapriolen zuzutrauen sind.     

Favoriten:

Melanie

Larissa

Jochen   

Hier können Sie lesen, warum Melanie Müller bei „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ Dschungelcamp-Königin 2014 wurde.



Das „Dschungelcamp“ ist großes absurdes Theater

Jetzt berichten wieder alle über das „Dschungelcamp“. Auch ROLLING STONE. Warum nur - gibt es nicht wichtigere Themen, die dieses Land bewegen? Sicher gibt es die. Aber der Erfolg dieses eigenartigen Sendeformats ist es, dass es trotz Mediantamtams völlig falsch eingeschätzt wird. Eigentlich sollte man annehmen, dass es sich hier um einen weiteren Tiefpunkt in der nach unten offenen Skala des Selbstentwürdigungstheaters handelt, das die Privaten und besonders RTL seit Jahren kultivieren. Aber das wäre zu einfach. Längst wärmt sich eine ganze Nation an diesem Fernsehlagerfeuer. In der Spitze sehen bis zu acht Millionen Menschen dem bunten Treiben im australischen…
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