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Willander sieht fern

Dschungelcamp, Tag zehn: Sara muss gehen, und Rebecca muss weinen

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Willander sieht fern

Dschungelcamp, Tag zehn: Sara muss gehen, und Rebecca muss weinen

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Der Weckruf der Moderatoren – gegen die Regularien – hat die Camper immerhin nachdenklich gemacht: Rebecca deutet die Bemerkungen vom Vortag korrekt als Aufforderung, „dass wir mehr Action machen sollen“, und Aurelio ist indigniert: Bei seiner Show in Italien damals habe er gesungen und getanzt – er könne also Entertainment! Aber er macht es nicht! Die Muskeln seien geschrumpft, auch sein Gesicht sei nicht dasselbe wie vor zehn Tagen.

Während Benjamin in die Zivilisation zurückkehrt und sofort bei McDonald‘s eine deftige Mahlzeit einnimmt (neugierig beäugt von anderen Essern), wird auf vielfachen eigenen Wunsch endlich Rebecca für eine Prüfung nominiert – an der sie kläglich scheitert. Erwartungsgemäß beschreibt sie präzise, weshalb sie die Sterne nicht schnell genug mit der Zunge vom Schraubstock drehen kann (und es angesichts des Getiers manchmal auch nicht will) – es bleibt bei einer Trophäe. Das ehemalige Zirkuskind leidet schwer an dem Versagen, beschuldigt sich selbst und weint. „Umso mehr du einen Typen willst, umso mehr rennt der weg – nur so als Tipp von mir“, belehrt Tanja sie (allerdings im Dschungeltelefon).

Die Folgen einer verweigerten Höhlennacht

Abgewählt wird jedoch Sara: Die Verweigerung der Höhlennacht mit Aurelio hat der zusehends Erloschenen geschadet. Der Exil-Italiener, knapp entronnen, hört der Verkündung zerknirscht zu. Tanja schockiert die Gruppe mit der Schilderung des Besuchs einer Kopulations-Show in einem Etablissement auf Mallorca, das sie im Zuge von Dreharbeiten mit dem „Bachelor“ Paul besuchte: „Mallorca, Mallorca!“ ruft sie aufgeregt, wie zur Erklärung. Die Kombination der Begriffe „hochkommen“ und „runterholen“ bildet ein hübsches Gegensatzpaar in ihren Ausführungen, die Zuhörer erkundigen sich besorgt nach der Verwendung von Kondomen. Sara bemerkt zum Abschied, dass eine solche Performance zu anstrengend für Tanja sei – sie lege sich lieber hin. Am Lagerfeuer neckt sie die entfesselte Erzählerin: „Ja Tanja – wenn das mit dem Dschungel nichts wird …!“

Bei Sara ist es nichts geworden: Zu unentschlossen, zu schlecht gelaunt und passiv fügte sie sich in das Unvermeidliche, wurde auch nicht mehr zu Prüfungen geschickt und vermied die Konfrontation mit Walter. Sie hat selbst resigniert festgestellt, dass sie nichts mehr zu bieten habe, „weil meine Brüste schon veröffentlicht wurden“ (wenn auch nicht in der Sendung). Ihr unverstellter, erfahrungsgesättigter Realismus hat wenig Charme, und weltmüde Einsichten werden im Dschungelcamp nur bei gebeutelten Tragikerinnen (Ingrid von Bergen, Brigitte Nielsen) goutiert. Sara Kulka ist vor der Zeit gealtert.

“Ich habe nichts mehr zu bieten, weil meine Brüste schon veröffentlicht wurden!”

Walter hat korrekt erkannt, dass er mit der Brandrede der Moderatoren nicht gemeint sein kann und hält sich zurück – um bei einer mathematischen Sonderprüfung mit Maren freilich über die unveränderlichen Gesetze der Punkt- und Strichrechnung zu klagen, als hätte man ihn ungerecht behandelt. Als Gewinn Gibt es Pfeffer und Salz: „Das ist Lebenskraft!“ Ein Tropengewitter bringt willkommene Abwechslung in das träge Lagergeschehen.

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm: Jetzt wird es eng für Aurelio und den zwar willigen, aber sturzlangweiligen Jörn.

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