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Ed Sheeran: Videointerview und Session vom Weekender


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In diesem Jahr finden die Festivals Hurricane und Southside am Wochenende vom 22. bis  zum 24. Juni statt – präsentiert vom ROLLING STONE. Wir stellen noch immer regelmäßig einen Act des Line-ups vor – die großen ebenso wie die kleinen. Heute widmen wir uns Ed Sheeran, den wir kurz vor seinem Debütrelease in Deutschland zum Gespräch trafen. Dazu gibt es ein Videointerview und eine exklusive Rolling Stone Session, die zu einer Zeit entstand, als man Sheeran hierzulande noch nicht in den Charts und auf dem Schirm hatte. Im November letzten Jahres spielte Sheeran für uns nämlich auf dem Rolling Stone Weekender eine schöne Akustikversion seines Hits „The A Team“ – und zwar in der Küche seines Apartments.

Alle weiteren Texte und Interviews zum Hurricane / Southside 2012 finden Sie übrigens hier auf unserer Themenseite oder hier auf unserem Festivalprofil.

Ed Sheeran frühstückt nicht. Sagt er. Womöglich ist das ein Spleen, der sich bei ihm langsam eingeschlichen hat. Mit 14 Jahren veröffentlichte Sheeran seine ersten eigenen Songs, mit 16 zog er nach London, wo er alleine im Jahr 2009 angeblich 312 Konzerte gespielt hat. Geld gab es vor seinem Durchbruch meistens keines, dafür Bier und einen Schlafplatz auf dem Sofa. Aber Frühstück? So weit reichte die Bewunderung für den rothaarigen Gitarrenburschen wohl nicht.

Sheeran sitzt also mit leerem Magen, dafür aber bereits ordentlich gewachstem Haar im Berliner Büro seiner Plattenfirma. Trotz einer gewissen Welpenhaftigkeit umgibt den mittlerweile 20-Jährigen aus Halifax eine Aura der Zielstrebigkeit und Selbstdisziplin. Spricht man mit ihm über sein Nummer-eins-Album „+“, wird schnell von Arbeit die Rede sein, harter Arbeit. Früher hat Sheeran, der Irlands großen Poeten Van Morrison bewundert und nie in einer Band spielen wollte, oft unverdrossen in leere Pubs hineingesungen. Heute seien seine Konzerte für Tausende Fans Punktlandungen, sagt Sheeran mit kühlem Stolz: „Übung macht den Meister“.

So ist die Single „You Need Me, I Don’t Need You“ zwar auf den ersten Blick eine Abrechnung mit seinem Ex-Management. Selbiges – John Niven hat die Skrupellosigkeit einiger Vertreter dieser Berufskaste in seinem Bestseller „Kill Your Friends“ schön beschrieben – wollte nicht nur seine Songs, sondern auch seinen Phänotyp auf Kommerz trimmen. Im gleichen Song, besonders aber in der Zeile „I will blast and I didn’t go to brit school“ steckt jedoch noch eine ganz andere Botschaft: „Ich habe es alleine geschafft.“

Denn während sich das Talent der Brit-School-Absolventen Adele, Amy Winehouse und Kate Nash zwangsläufig im weitmaschigen Netz der großen Pop-Welt verfangen musste, ist Sheeran den authentischeren Weg des „Independent Tellerwäschers“ gegangen. Tatsächlich hat er bereits vor seinem Debüt eine Handvoll EPs auf eigene Faust und digital veröffentlicht. Das „No. 5 Collaborations Project“, ein Joint Venture mit jungen britschen Grime-Musikern, kletterte gar bis auf Platz zwei der iTunes-Charts.

Sheeran ist nicht nur ein talentierter Songschreiber, sondern auch zweifelsohne ein geschickter Netzwerker. Gerne erzählt er die Anekdote, wie er 2010 für einige Open-Mic-Nächte nach L.A. flog, dort entdeckt wurde und vermeintlich zufällig in Jamie Foxx’ Radioshow landete. Seither vertritt ihn „Rocket Music“, die Künstleragentur von Elton John, zu deren Manager Stuart Camp er schon viel früher eine Freundschaft geknüpft hatte. „Nichts von alledem wäre ohne dich möglich gewesen“, schreibt Sheeran im Booklet von „+“ an Camp gerichtet.

„Erfolg ist eine Frage des Glücks, man kann aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen“, sagt er. Zum Beispiel indem man mit „The A Team“ eine Junkie-Ballade als erste Single veröffentlicht, die viele Teenager wegen des herzzerreißenden Begleitvideos ohnehin seit Monaten kennen. Oder indem man ein Album für jene Vertreter der YouTube-Generation einspielt, die es mögen, sich von akustischem Storytelling auf der Empfindsamkeitsstufe von Damien Rice und Radio-Pop im Gewand weißen Neo-Souls einlullen zu lassen.

In England polarisiert Sheeran. Viele jüngere Musikhörer (und wohl auch deren Eltern) lieben ihn, weil er selbstverständlich bei „Later… With Jools Holland“ auftritt, für jede Kamera mit Welpenblick eine Akustiksession entbietet (auch für uns) und rege mit seinen Fans kommuniziert. Bei Twitter hat Sheeran bereits mehr als 1,1 Millionen Follower. Ein Musikjournalist des „Guardian“ dagegen hat Adele und ihn als Speerspitze eines musikalischen Trends ausgemacht: „The New Boring“, die neue Langeweile.

Darauf angesprochen, betet Sheeran etwas angesäuert Verkaufszahlen herunter. Außerdem sei dieser Journalist ohnehin ein Arschloch. Dann murmelt er „Cheers, mate“ und ist zur Tür hinaus. Die Karriere wartet nicht. 

Ed Sheeran beim Hurricane / Soutside:

Hurricane: Freitag, 19.15 Uhr, White Stage

Southside: Sonntag, 15.45 Uhr, White Stage

Ed Sheeran im Videointerview:

Ed Sheeran – „The A Team“ (Rolling Stone Weekender-Session)

Ed Sheeran – „Drunk“

Ed Sheeran – Drunk (Official Video) from Ed Sheeran on Vimeo.


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