Einschränkungen auf YouTube: Ist Homosexualität etwa jugendgefährdend?

Einschränkungen auf YouTube: Ist Homosexualität etwa jugendgefährdend?

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Ob diese Entwicklung eine positive ist, sei dahingestellt – zu leugnen ist sie allerdings nicht: Social Media-Plattformen nehmen in unserem Alltag einen immer höheren Stellenwert ein, vor allem bei Heranwachsenden und Jugendlichen sind Instagram, Facebook und YouTube nicht nur wegweisend, sondern oft auch identitätsstiftend. Perfekt also, wenn all diese Kanäle Diversität in ihren  verschiedensten Facetten beleuchten, erklären und zelebrieren – und ein Grund zum Nachhaken, wenn eine Plattform Inhalte solcher Art plötzlich als „nicht jugendfrei“ einstuft.

Schutz vor Pornografie und Gewalt

So geschehen am vergangenen Wochenende bei YouTube: Plötzlich waren zahlreiche Videos, hochgeladen von internationalen Bloggern aus der LGBT-Szene, mit einer Altersbeschränkung versehen – und sind dadurch nur dann aufrufbar, wenn man eine nachweisbare Volljährigkeit in seinem Nutzerprofil hinterlegt hat. Eigentlich ist diese Alterssperre dafür da, Jugendliche hauptsächlich vor pornografischem oder gewalthaltigem Inhalt zu schützen – weder das eine, noch das andere ist allerdings Bestandteil der Blogger-Videos.

Vielmehr beinhalten deren selbstgedrehte Aufnahmen Hilfestellung und LGBT-positive Botschaften, welche junge Erwachsene für die Akzeptanz verschiedener sexueller Orientierungen sensibilisieren sollen – beispielsweise durch Erzählungen oder persönliche Erfahrungsberichte der bekannten Blogger, die sich selbst der LGBT-Gemeinde zugehörig fühlen.

Coming-Out auf YouTube

Eine von ihnen ist beispielsweise die 24-Jährige Gigi Gorgeous: Die US-Amerikanerin, die über 2,5 Millionen Follower auf der Video-Plattform verzeichnet, verkündete ihre Homosexualität in einem YouTube-Video. Sie lud vergangenen Sonntag neues Material auf ihrem Kanal hoch, in dem sie darüber sprach, dass die Vielfalt sexueller Neigungen nicht vor Jugendlichen versteckt werden dürfen:

„YouTube war immer ein Platz, an dem du jemanden finden konntest, der genau so ist wie du. Und jetzt musst du im Prinzip nur einen Knopf drücken und die gesamte LGBT-Gemeinde ist einfach weg. Das ist sehr traurig! Ich drehe keine Pornofilme, ich mache nichts, was falsch ist – ich mache nichts, was geblockt werden sollte.“

https://youtu.be/7nXtLQERSGk

Offizielle Entschuldigung

Höchste Zeit also für eine Stellungnahme seitens des Internetriesen, die er am Montag (20. März) via Twitter veröffentlichte: „Wir entschuldigen uns für die ganze Verwirrung über die Einschränkungsfunktion. Einige Videos waren davon fälschlicherweise betroffen, und das ist nicht richtig. Wir arbeiten daran!“

„Wir haben das Problem erkannt“

Zu einem späteren Zeitpunkt meldete sich YouTube erneut zu Wort und gab ein umfassenderes Statement ab, welches impliziert, dass tatsächlich nicht beabsichtigt war, die LGBT-Gemeinde einzuschränken oder zu verstecken – auch wenn nicht ganz nachvollziehbar ist, weshalb gesundheitliche und politische Themen einer Altersbeschränkung bedürfen:

„Einige Videos, die sich inhaltlich mit den Themen Gesundheit, Politik und Sexualität beschäftigen, erscheinen für manche User oder Schulen nicht, die diese Einschränkung gewählt haben. Wir haben aber das Problem erkannt, dass einige Videos durch die automatische Benennung falsch gekennzeichnet werden. Uns ist bewusst, wie wichtig es ist, dieses Problem zu lösen und wir arbeiten hart daran, einige Optimierungen vorzunehmen.“

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