Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Die Bindehautentzündung des Pop

Folge 195

Eine spontane kleine Küchen-Party in irgendeiner deutschen Großstadt. Anwesend sind vier Herren und eine Frau. Es wird getrunken und geraucht. Plötzlich entspinnt sich folgendes Gespräch.

Mann 1: Geht es deiner Bindehautentzündung eigentlich besser?

Frau: Geht so, ist sehr hartnäckig.

Mann 2: Hast du’s mal mit Salbe versucht?

Frau: Der Arzt sagte, man könnte eine antibiotische Salbe nehmen, aber es gehe auch so weg, nur halt langsamer.

Mann 1: Eine Salbe wär aber schon gut. Hauptsache, du nimmst kein Tiger Balm.

Mann 2: Hihihi. Stell dir mal vor! Sag mal, gibt es nicht von so ner englischen Funpunk-Band ein Lied über Tiger Balm im Auge?

Frau: Gibt es garantiert.

Mann 1: Ja, wie hießen die noch mal mit dem Song?

Mann 2: Warte … ah, Toy Dolls!

Mann 1: Toy Dolls! Hat nicht Klaus Fiehe bei denen mal Saxophon gespielt?

Frau: Der Indie-Radiomoderator von 1Live?

 

Mann 3 betritt die Küche.

 

Mann 3: Klaus Fiehe hat bei den Toy Dolls Saxophon gespielt? Ich dachte, der war früher bei Geier Sturzflug?

Mann 2: Das waren aber nicht die Toy Dolls. Du verwechselst die mit den Bollock Brothers.

Frau: Oh Gott, die Bollock Brothers …

Mann 1: Ah, stimmt. Bollock Brothers, nicht Toy Dolls, ganz andere Baustelle. Aber beide doof.

Mann 2: Och … findste?

Mann 3: Klaus Fiehe hat bei den Bollock Brothers gespielt?

Mann 2: Nur als Gast. Wenn die hier auf Tour waren, hat er ne zeitlang als Gast Saxophon bei denen gespielt.

Mann 3: Aber früher war er bei Geier Sturzflug.

Frau: Ja. Ganz früher.

Mann 3: Ich hab mal den Sänger von Geier Sturzflug für ein Buch interviewt. Sehr netter Typ.

Mann 2: Das glaub ich, dass der nett ist.

Mann 3: Hat tolle Geschichten erzählt. Unter anderem, dass er ein Riesenfan von Bob Dylan ist, obwohl er kein Englisch kann. Er stellt sich einfach vor, worum es geht.



Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Pop und Physio

Folge 197 Neulich musste ich zur ­Physiotherapie, der Nacken war im Eimer. Zwei Dinge durfte ich ­feststellen. Erstens: Die Physiotherapie gehört zu den größten Segnungen der Menschheit. Und zweitens: Das Ausüben dieses Berufs scheint einigermaßen langweilig zu sein. Zumindest der Dame, die mich so kundig zu behandeln wusste, war offenkundig ein wenig fad, denn während sie da an mir herumhantierte, hörte sie relativ laut Radio. Was ihr zur Zerstreuung gereichte, schien mir eher Qual, denn der Sender ihrer Wahl war die mir bis dato unbekannte Station Radio Schwarzwald – eine dieser Das-Beste-von-irgendwann-mit-heiter-dargereichtem-lokalen-Content-und-viel-Baumarkt­werbung-dazwischen-Stationen. Aber auch wenn die akustische Kulisse dem Entspannungszustand nicht…
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