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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress
Highlight: Diese Filme von Ingmar Bergman muss man gesehen haben

Exklusiver Clip zum Kinostart von „Lucky“ + Gewinnspiel

Wenn sie den Film deines Lebens drehen, so hat der amerikanische Songwriter Bill Callahan mal festgestellt, müssen sie dich bitten, die Stunts selbst zu übernehmen, denn niemand sonst kann denselben Blödsinn abziehen wie du und das ohne größeren Schaden über­stehen. Vielleicht hatte er bei dieser Sentenz Harry Dean Stanton im Kopf.

Der im September vergangenen Jahres verstorbene Schauspieler hat nämlich im Laufe seines 91 ­Jahre währenden Lebens wirklich sehr viele Dinge erstaunlich unbeschadet überlebt, etwa die Scheidung seiner Eltern, die Schlacht um Okinawa, eine Wohngemeinschaft mit Jack Nicholson, die Dreharbeiten zu Sam Peckinpahs „Pat Garrett jagt Billy the Kid“, bei denen der cholerische Regisseur ein Messer nach ihm warf, weil er aus Versehen mit Bob Dylan durchs Bild gejoggt war, und einen Raubüberfall auf sein Haus am Mulholland Drive.

Abschied in Unterhose

Viele schlechte Filme sind allein durch die Szenen, in denen Stanton sie mit der Authentizität seiner Anwesenheit konfrontiert, doch irgendwie gut. „Er hat immer darauf bestanden, dass das, was er spielte, für ihn selbst wahrhaftig und echt sein musste“, erklärt sein Kollege John Carroll Lynch, ebenfalls ein großer Nebendarsteller: Er ist der Enten malende Ehemann der hochschwangeren Polizistin Marge Gunderson im Coen-Brüder-Film „Fargo“, der Hauptverdächtige in David Finchers „Zodiac“ und der Fast-Food-Pionier Maurice McDonald in der McDonald’s-Saga „The Foun­der“.

Kooperation

Der 54-Jährige hat den letzten Film mit Harry Dean Stanton gedreht: „Lucky“. Eigentlich sollte er nur eine kleine Rolle darin spielen, doch dann übernahm Lynch die Regie, weil jemand anders abgesprungen war und er das schon lange einmal hatte machen wollen. Sein Regiedebüt ist eine Art fiktives Gegenstück zu Sophie Hubers Stanton-Dokumentation „Partly Fiction“, in der der Porträtierte wenig spricht, aber viel singt, Roy Orbisons „Blue Bayou“ etwa oder Fred Neils „Everybody’s Talkin’“, das alles zu sagen scheint, was man über ihn wissen muss: „Everybody’s talkin’ at me/ I don’t hear a word they’re sayin’/ Only the echoes of my mind.“ In einer Szene fragt David Lynch ihn, wie er sich beschreiben würde: „Als Nichts. Es gibt kein Ich“, sagt er, und die beiden lachen. (Maik Brüggemeyer)

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