Fernsehen an Ostern: Die besten TV-Tipps für Karfreitag

Toy Story (Sat 1, 11:45 Uhr)

‚You’ve Got A Friend In Me‘ – mit „Toy Story“, dieser so herzerwärmenden wie unterhaltsamen Lektion über das, was uns im Leben lieb und teuer sein sollte (Freundschaft, Liebe, einfach mal die Sau rauslassen), traf Pixar schon mit dem ersten abendfüllenden Trickfilm aus dem Computer voll ins Schwarze. Ein unsterblicher Klassiker mit großem Soundtrack (Randy Newman!) und unvergleichlichem Espirit. Mögen die Animationen auch etwas in die Jahre gekommen sein, die feinsinnige, temporeiche Story ist es garantiert nicht.

„Toy Story“
„Toy Story“

Batman Begins (ProSieben, 13:20 Uhr)

Die Messlatte für alle Superhelden-Filme, die sich den Vorgeschichten widmen. Aus dem traumatisierten Kind Bruce Wayne wird der Weltenbummler, Aussätzige und Ausgestoßene Bruce Wayne, der sich von Ra’s al Ghul zum Ninja ausbilden lässt – nur, sich dessen Liga der Schatten anschließen, das will er nicht. „Batman Begins“ bietet die perfekte Balance zwischen fernöstlicher Mythologie – von der Nolan sich in der Fortsetzung „The Dark Knight“ komplett verabschiedete – und Realismus.

„Batman Begins“
„Batman Begins“

Die zehn Gebote (ZDF, 13:20 Uhr)

Die Mutter aller Bibelschinken. Die letzte Regiearbeit von Cecil B. DeMille, zugleich der größte kommerzielle Erfolg seiner Karriere, beeindruckt auch heute noch durch seine Special Effects (die Teilung des Wassers!) und den getragenen Ton. Der Film erzählt die Geschichte von Moses (Charlton Heston), der das
jüdische Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit und ins heutige Israel führt. 10.000 Statisten wirkten mit – 100.000 Requisiten wurden verwendet. Ein beispielloser Aufwand.

Kooperation

The Green Mile (3Sat, 20:15 Uhr)

Frank Darabonts zweite King-Verfilmung. Hier steht ein unschuldig zum Tode Verurteilter im Mittelpunkt, der auf die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl wartet. Ein rührend erzähltes Melodram (Tom Hanks spielt den Wärter), allerdings wäre eine klarere Aussage zur Todesstrafe zu wünschen gewesen. Dass ein Unschuldiger nicht hingerichtet werden darf – sowieso klar. Aber wäre John Coffeys Ermordung denn legitim, wenn er selbst ein Mörder gewesen wäre?

https://www.youtube.com/watch?v=4dcnCPR6EAs

Asterix und Kleopatra (Super RTL, 20:15 Uhr)

Die beste Verfilmung der Comics von Goscinny und Uderzo, weil sie (neben „Asterix erobert Rom“) als einzige den ironischen Witz der Vorlage trifft.. Ein herrliches Gag-Feuerwerk mit für damalige Verhältnisse anspruchsvollen Animationen und einer rasanten Geschichte ohne Verschnaufpausen. Die Realverfilmung „Asterix & Obelix: Mission Kleopatra“ ist dagegen ein einziger Witz.

Im Labyrinth des Schweigens (ZDF, 22:50 Uhr)

Frankfurt, 1958. Der idealistische Nachwuchs-Staatsanwalt Radmann (Alexander Fehling) will die Wahrheit über die Geschehnisse im größten deutschen Vernichtungslager aufspüren. Doch in den Wirtschaftswunderjahren schaut man lieber nach vorn, als mit der beschämenden Vergangenheit konfrontiert zu werden, und so stößt er auf Widerstände. Was mit der Enttarnung eines ehemaligen Auschwitz-Wärters beginnt, der weiterhin unbehelligt am Gymnasium unterrichtet, endet nach Aktenstudien und Zeugenbefragungen in der Enthüllung des ganzen Gräuels und der kollektiven Schuld.

All Is Lost (3sat, 23.20 Uhr)

Redford beeindruckt als havarierter Kämpfer in diesem Überlebensdrama. Während das Debüt des US-Regisseurs Chandor, „ Margin Call“, fast ausschließlich im Büroturm einer Bank spielt und von den geschliffenen Dialogen zahlreicher Akteure bestimmt wird, verläuft diese Leidens­odyssee eines einsamen Mannes auf dem endlos erscheinenden Indischen Ozean nahezu stumm. „God“, „fuck“ und „help“ sind die einzigen Laute, die Redford in den acht Tagen seines Martyriums hervorpresst. Mehr philosophische Sentenzen, als man in diese drei Worte hineininterpretieren kann, gibt es nicht.

Children Of Men (ZDF Neo, 23:55 Uhr)

Alfonso Cuaróns bedeutendster Beitrag zum Weltkino, noch vor der 3D-Weltraum-Odyssee „Gravity“ und dem besten Teil der Potter-Reihe: „Der Gefangene von Askaban“. Nach einem Roman von P.D. James erzählt die Dystopie vom Jahr 2027, in der die Menschen aus unbekannten Gründen keine Kinder mehr kriegen können. England ist inzwischen zu einem radikalen Polizeistaat geworden, der sich vor Flüchtlingen komplett abschottet. Der Regierungsbeamte Theo Faron (Clive Owen) bekommt Wind von einer jungen Dame, die angeblich schwanger sein soll. Die düstere Version der Weihnachtsgeschichte beeindruckt vor allem auch durch die sensationellen Kameraufnahmen von Emmanuel Lubezki.

Pixar/Disney

Der erste „Toy Story 4“-Trailer ist ein einziges nostalgisches Vergnügen

„Toy Story“ spiegelte immer auch ein wenig die Entwicklung des Pixar-Studios, das als kleine Kreativschmiede zur größten Animationstraumfabrik aufstieg und einige Jahre lang die größten, schönsten, nachdenklichsten Trickfilme machte, die man sich vorstellen kann. Es wäre nicht vermessen zu sagen, dass es eine ganze Generation gibt, die sich durch diese Filme definiert wie einst eine andere durch die großen Disney-Klassiker. Seit einiger Zeit ist Pixar allerdings etwas ins Schwanken geraten (um genau zu sein: seit Disney den Laden komplett geschluckt hat) - und anstatt originärer Stoffe werden vor allem Franchises bedient („Cars“) oder Storys für bestimmte Zielgruppen produziert (noch einmal…
Weiterlesen
Zur Startseite