Fettes Brot: Selbstrecycling? Ja? Nein? „Jein!“ Neues Video.


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Wie steht man eigentlich zu Fettes Brot? Eine Frage, der man sicher immer wieder mal stellen muss. Ihre Griffe ins Klo peinlicher Partymusik sind zweifelsohne vorhanden, man denke nur an „Emanuela“ oder die zwar gut gemeinte Kollaboration mit Modeselektor „Bettina, zieh dir bitte etwas an“, die im Ergebnis letztendlich aber schwer erträglich war. Während aber bei diesen Nummern einigermaßen klar ist, welche Klientel sieh bedienen sollen, stand man einem Song wie „The Grosser“ aus dem Jahr 2001 etwas verzweifelt gegenüber: Der war ja schon „irgendwie lustig“ und in Verbindung mit dem Clip über einen halbstarken Autoscooter-Macker gerade zu gelungen.

Mit „Jein“ verhielt es sich damals ähnlich: Er war auf den „Bravo Hits 13“ zu finden, lief auf den schlimmen Radiosendern, die Muttern beim Bügeln hört, wurde von den Leuten gut gefunden, die man ums Verrecken nicht gut finden wollte – und trotzdem ertappte man sich bei der Erkenntnis, dass er das ewige „Ja“-„Nein“-Maleur amüsant auf den Punkt brachte. Und dann darf man auch nicht das muntere mit Bela B. aufgenommene „Schill To Hell“ vergessen, oder Songs wie „Nicolette Krebitz wartet“, den sie gemeinsam mit Tocotronic einspielten – beides Beispiele, dass sich Fettes Brot trotz ihres Charterfolgs nicht zu einer reinen HipHop-Pop-Partymaschine entwickelt haben.

Kurz vor ihrem, gerade flächendeckend ominös beworbenen, Release zweier Alben an einem Tag („Fettes“ und „Brot“ am 26. Februar), haben sie nun das bereits erwähnt „Jein“ recyclet. In der mit ihrer achtköpfigen Band eingespielten Live-Version wird die bekannte Nummer hier zu etwas, das sie selbst als das „pubertierende clone baby von Run DMC und Aerosmith, N.E.R.D. und The Gossip“ bezeichnen. Nun ja. In Verbindung mit dem mit popkulturellen Anspielungen vollgepackten Clip gibt „Jein 2010“ aber zumindest ein kurzweiliges Vergnügen, das einen mal wieder etwas ratlos aber doch ganz gut unterhalten zurücklässt. Der Track wird zudem am Freitag als Download-Single veröffentlicht. Hoffentlich bleibt dieser Version die „Bravo Hits“-Ehre erspart.

Recycling:

Original:

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