Freddie Mercury im ROLLING STONE Style Check


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Die ausgefallenen Bühnenoutfits von Freddie Mercury waren schon eine kleine Revolution für sich: Enge Catsuits oder Lederhosen, Schmuck, alles begleitet von schwarz lackierten Nägeln und einem Lidstrich, mit dem Mercury Beauty-Blogger stolz gemacht hätte. Auch Frauenkleidung trug Mercury mit einer Selbstverständlichkeit und Glamour, dass der Sprung zum Hausfrauen-Outfit samt knappem Lederröckchen im Video zu „I Want to Break Free“ nicht unbedingt verwunderte. Aber empört waren dennoch einige, vor allem beim amerikanischen Musiksender „MTV“. Dort ließ man die Ausstrahlung des Videos, in dem Freddie, Brian, Roger und John allesamt als Frauen auftreten, kurzerhand verbieten. Der Song und auch das Video, das als eine Anspielung auf die britische Seifenoper „Coronation Street“ gilt, hatte aber überaus libertäres Potential. Mit der Kernaussage, aus seinem schnöden Leben ausbrechen zu wollen, wurde „I Want to Break Free“ zur Hymne der LGBTQ-Bewegung.

STAGEDIVING IM HOCHZEITSKLEID

1974 erhielt die britische Designerin Zandra Rhodes einen Anruf in ihrem kleinen Atelier in Bayswater, London. Am Telefon war ein Bandmitglied von Queen und sagte, die Band würde sich gerne ihre Kreationen anschauen. Die Designerin, die zunächst keine Ahnung hatte, wen sie kurz darauf treffen würde, lud Freddie Mercury und Brian May ein und ließ sie verschiedene Teile aus ihrer Kollektion anprobieren. Eines fiel Mercury besonders ins Auge, ein weites Top aus Spitze, das ursprünglich das Oberteil zu einem Hochzeitskleid war. Sie entwarf daraufhin das weiße Plissee-Cape, wie man es aus einigen Bildern kennt. Ein Look, der in den Siebzigern so typisch für den Sänger war, dass Rhodes mehr als 40 Jahre später für das Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“ eine zweite Version entwarf, die schließlich von dem Schauspieler Rami Malek als Freddie Mercury getragen wurde.