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Für Chrissie Hynde sind Katy, Miley und Co. „Sexarbeiterinnen“


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Immer wieder werden bei Vergewaltigungen Stimmen laut, dass manche Opfer durch aufreizende Kleidung solche Überfälle geradezu herausfordern würden. Doch so drastisch wie Chrissie Hynde formulieren diese Anklage nur wenige.

Die ehemalige Frontfrau der Pretenders sprach kürzlich offen darüber, dass sie einst sexuell missbraucht wurde. Doch anstatt Mitgefühl für andere Betroffene zu zeigen, gibt sie sich und anderen Frauen selbst die Schuld für die Übergriffe.

„Wir leben in einer pornographischen Gesellschaft“

In der BBC-Sendung „Woman’s Hour“ gab Hynde der Gesellschaft Schuld für derartigen sexuellen Missbrauch: „Es wird von dieser pornographischen Kultur provoziert, es wird von Pop-Stars provoziert, die sich selbst Feministen nennen.“

Damit scheint die Musikerin auf Kolleginnen wie Katy Perry und Miley Cyrus anzuspielen, die sich gerne knapp bekleidet zeigen und sich dennoch als selbstbewusste, starke Frauen inszenieren. „Das ist eine merkwürdige Art Feminismus – aber, weißt du, was du bist, eine Sexarbeiterin, das bist du“, sagte sie in Richtung der erfolgreichen Sängerinnen.

Chrissie Hydne 

Dieser universale Verbalangriff folgt auf die kontrovers aufgenommenen Aussagen der 64-Jährigen vor zwei Wochen in Bezug auf Vergewaltigungen. Dabei erzählte sie von einem Missbrauch, der ihr selbst widerfuhr, als sie 21 Jahre alt war, und für den sie sich die Schuld gibt. „Du kannst dich nicht mit Leuten anlegen, die ‚Ich liebe Vergewaltigung’- und ‚Auf deine Knie’-Kennzeichen haben“, sagte sie deutlich.

Außerdem unterstellte Chrissie Hynde betrunkenen oder unpassend gekleideten Frauen, Vergewaltiger geradezu herauszufordern: „Wenn ich in meiner Unterwäsche herumlaufe und betrunken bin? Wessen Schuld kann es sein?“

Ferdaus Shamim WireImage

Harvey Weinstein drohen bis zu 140 Jahre Haft

Der ehemalige Hollywood-Filmproduzent Harvey Weinstein wurde im März 2020 wegen Vergewaltigung zu 23 Jahren Haft verurteilt. Seither saß er in einem New Yorker Gefängnis ein. Doch nun wurde der 69-Jährige für einen weiteren Prozess nach Los Angeles eingeflogen. Und dieser könnte für Weinstein bald mit einer lebenslangen Haftstrafe enden. Dass Harvey Weinstein nun in Person in Los Angeles erscheinen muss, hatten seine Anwälte zuvor versucht zu verhindern. Dies begründeten sie damit, dass der Ex-Filmproduzent mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt hätte. Ein New Yorker Richter wies diesen Antrag im vergangenen Juni allerdings zurück, weswegen Weinstein am Dienstag (20. Juni)…
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