Gene Simmons braucht seine Zeit für sich: „Ich habe keine Freunde“


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„Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste“, hat der durch seine Aphorismen bekannt gewordene deutsche Schriftsteller Hans Krailsheimer einmal zu Papier gebracht. Gene Simmons scheint den Menschen jener Fraktion anzugehören, die sich selbst genügen. „Selbst heute, wo ich hier sitze, habe ich außer Paul (Stanley, KISS-Mitbegründer, Anm. d. Red.), und wir treffen uns nur, wenn wir etwas für die Band machen … Wie soll ich das sagen, ohne unmenschlich zu klingen? Ich habe keine Freunde“, sagte der 73-Jährige dem US-amerikanischen Musikmagazin „Goldmine“.

„Interessiere mich mehr für das, was ich tun will“

Offenbar gehen für Simmons mit tieferen Freundschaften zu viele Verpflichtungen einher: „Wenn Freunde bedeutet: ‚Mensch, ich weiß nicht, was ich heute Nachmittag machen werde. Hey, willst du rüberkommen und abhängen?‘, dann interessiere ich mich mehr für das, was ich tun will, und ich will nicht so tun, als ob ich mich dafür interessiere, was du tun willst, denn das tue ich nicht.“ Schon 2006 hat der Bassist über seinen Verzicht auf enge Bindungen gesprochen: „Ich habe fast keine Freunde. Absichtlich. Ich bevorzuge Bekannte. Ich erwarte von niemandem etwas und ich möchte nicht, dass jemand mit seinen Problemen zu mir kommt. Jeder ist erwachsen.“

Wer braucht Freunde, wenn er Brüder hat?

Dafür flocht er seinem Bandkollegen Paul Stanley einen Lorbeerkranz. Der sei „einfach der Bruder, den ich nie hatte“, und weiter: „Ich fühle mich Paul näher als jedem anderen, den ich kenne.“ Im vergangenen Jahr wurde Simmons im Umkehrschluss auch von Stanley als sein „Bruder“ bezeichnet. „Seine Familie ist meine Familie. Ich betrachte Shannon, seine Frau, als meine Schwägerin“, sagte er. „Wir waren uns noch nie so nah wie jetzt“, so der Sänger und Gitarrist vor einigen Monaten.