Gil Ofarim schweigt zu den Vorwürfen: Kommt es jetzt zum Prozess?


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Wie das Landgericht Leipzig mitteilte, hat sich Gil Ofarim bisher nicht zu den gegen ihn von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfen geäußert. Am Montag lief dazu eine Frist aus. Wenn der Musiker möchte, kann er sich aber auch jetzt noch dem Gericht erklären. Die Sprecherin des Gerichtes sagte dazu: „Er kann sich weiterhin zu den Vorwürfen einlassen. Ab jetzt könnte das Gericht aber jederzeit bekannt geben, ob es die Anklage zulässt.“

Gil Ofarim hatte vor rund einem halben Jahr ein Instagram-Video veröffentlicht, in dem er dem Leipziger Hotel „The Westin“ Antisemitismus vorgeworfen hatte. Er sei in der Hotellobby aufgefordert worden, seinen Davidstern zu verbergen, um einchecken zu können. Nachdem die Bilder der Überwachungskameras ausgewertet und die Zeug*innen befragt wurden, kamen aber große Zweifel an der Darstellung des Musiker aus. Auf den Bildern der Überwachungskameras ist keine Halskette zu erkennen.

Dennoch sah sich das Hotel durch das Instagram-Video, das bisher über vier Millionen Mal abgerufen wurde, zunächst einem riesigen Shitstorm ausgesetzt. Der Hoteldirektor des „Westin“ macht vor kurzem in der NDR-Sendung „Zapp“ auch den Medien Vorwürfe. Die hätten die Angaben des Musikers nicht ausreichend hinterfragt, sondern stattdessen blindwütig berichtet, und so auch zu einem enormen Shitstorm gegen das Hotel beigetragen.

Der Fall Gil Ofarim: So geht es jetzt weiter

Wie es in dem Fall weitergeht, entscheidet das Landgericht Leipzig. Die zuständige Kammer könnte die Klage in Gänze, nur mit Änderungen, oder gar nicht zulassen. Eine weitere Option wäre, dass sie das Verfahren an das Amtsgericht verlegt, wo der Fall vom Strafmaß eigentlich hingehören würde. Aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz des Falls und dem großen öffentlichen Interesse, hatte die Staatsanwaltschaft sich aber dazu entschlossen, vor dem Landgericht Klage zu erheben. Wann das Gericht über die Anklage entscheidet, hänge auch von der Arbeitsbelastung des Gerichtes und laufenden Verfahren ab. Es könnte also noch eine Weile dauern.

—Dieser Artikel erschien zuerst auf musikexpress.de—-