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Hier lesen: Das exklusive ROLLING-STONE-Interview zum Streit von Blink-182 mit Tom DeLonge

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Hier lesen: Das exklusive ROLLING-STONE-Interview zum Streit von Blink-182 mit Tom DeLonge

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Die Blink-182-Mitglieder Mark Hoppus und Travis Baker veröffentlichen ein Statement: Gründungsmitglied Tom DeLonge hätte die Band „auf unbestimmte Zeit“ verlassen. Matt Skiba vom Alkaline Trio werde den Gitarristen und Sänger beim kommenden Set auf dem Musink Festival ersetzen.

DeLonge postete kurz darauf auf seinem Instagram-Account den Kommentar, er hätte „die Band niemals verlassen“, und bezeichnete die Pressemitteilung als „äußerst seltsam“, zweifelte die Legitimation der Nachricht an.

In einem exklusiven Interview mit dem US-ROLLING-STONE machen Hoppus und Baker reinen Tisch, sprechen über die Konflikte innerhalb der Band, über Album-Verzögerungen und andauernde Frustration.

RS: Irgendwie scheint da was nicht zu stimmen: Euer Statement besagt, Tom hätte die Band verlassen. Tom selbst sagt: Bin noch immer dabei. Wer hat denn nun Recht?

Hoppus: Beide. (lacht) Ich glaube, ich muss ein bisschen in die Vergangenheit gehen, um das zu erklären. Seit zwei Jahren arbeiten wir mit diversen Labels zusammen, um irgendwie einen Plattenvertrag zu bekommen, weil wir drei kollektiv entschieden haben, dass wir das neue Album mit einem neuen Partner an unserer Seite machen wollen.

Vor ein paar Monaten kam Travis, der Mit-Veranstalter des Musink-Festivals zu Tom und fragte ihn, ob wir nicht dort spielen wollen würden. Wir sagten „kein Problem!“ Ende Dezember waren wir schließlich dabei unseren Platten-Deal abzuwickeln,  an Weihnachten unterschrieben wir den Vertrag. Wir sprachen mit Tom darüber, wo wir aufnehmen, mit welchen Produzenten wir arbeiten und wann überhaupt wir mit allem beginnen wollen. Das ist alles in E-Mails festgehalten. Denn: Keiner von uns hat in dieser Zeit irgendwie ein Wort mit Tom gesprochen, doch es ging alles positiv voran.

Wir buchten das Studio für den 5. Januar. Am 30. Dezember schrieb uns Toms Manager eine Mail, in der stand, dass er momentan nicht an einer Aufnahme interessiert wäre, um sich mit seinem eigenen, nicht-musikalischen, Zeug zu beschäftigen. Er wäre, so hieß es in der Mail, definitiv raus aus der Nummer.

Es gibt eine Vielzahl an Mails, die wir hin- und herschrieben, um die Sache zu klären, denn schließlich hatten wir ja auch schon bei der Show zugesagt. Wir wollten die Sache klären. Toms Manager antwortete noch einmal, schrieb wortwörtlich: „Tom. Is. Out.“

Witzig ist, dass wir diese und wirklich genau diese Email schon einmal von Toms Manager bekommen haben: 2004 als Tom sich auf unbestimmte Zeit eine Pause nahm.

RS: Also von eurer Seite aus besteht in diesem Fall keine Ungereimtheiten?

Hoppus: Absolut nicht. Jede Nachricht, die seinerseits bei uns ankam, ob nun über den Manager oder über das Produktionsteam, beinhaltete: „Tom ist raus, auf unbestimmte Zeit. Im bevorstehenden Bandkapitel ist das Thema Tom durch.“

RS: Wie war denn eure erste Reaktion auf diese E-Mail?

Hoppus: Um ehrlich zu sein war es keine große Überraschung mehr, denn seine Einstellung bestand in der Zeit davor schon nur noch aus Desinteresse. Selbst als wir die Aufnahmen und die Produktion ansprachen, kam seiner Seite nicht wirklich viel und er gab die Verantwortung zu uns zurück.

Vor zwei Jahren wollten wir schon mit den Aufnahmen beginnen, es hieß dann „Wir brauchen einen Platten-Deal“, weil Tom nicht selbst investieren wollte. Sogar unsere Manager waren der Meinung, dass wir eigenes Kapital investieren sollten, um das Ganze voranzubringen. Doch wir akzeptierten Toms Wunsch nach einem Label-Deal. Er scheute sich in seinen Mails auch nicht, diesen Wunsch umfangreich zu schildern: „WE NEED A LABEL“, schickte er uns in Initialen.

RS: Habt ihr denn nun schon Musik für das neue Album eingespielt?

Hoppus: Ich habe zu Hause auf meinen Festplatten ein bisschen was rumliegen. Travis hat Ideen in seinem Studio. Und ich bin mir sicher, dass auch Tom in seinem Studio musikalisches Material gesichert hat. Wir haben uns darauf vorbereitet am 5. Januar ins Studio zu gehen. Und tatsächlich ist uns diese Abfolge von Ereignissen exakt genauso passiert, als Blink sich vor zehn Jahren aufgelöst hatten. Wir wurden im voraus gebucht und Toms Manager schrieb, dass Tom „auf unbestimmte Zeit raus ist.“ Beim letzten Mal haben Travis und ich uns jedoch zurückgenommen, einfach die Klappe gehalten. Doch diesmal haben wir alle drei gemeinsam entschieden, auf diesem Musink-Festival zu spielen. Als Travis im letzten Jahr nicht mit nach Australien kommen konnte, haben wir uns einen Schlagzeuger gesucht, der ihn dort vertritt und genau das machen wir nun auch mit Tom. Wir haben uns einen Gitarristen gesucht, der ihn ersetzt bei dieser Show.

RS: Wie war denn eure Reaktion zu Toms Nachricht, er hätte die Band gar nicht verlassen?

Barker: Ich glaube, er ist einfach nur angepisst, weil Mark und ich einfach mal ehrlich waren. (…) Es ist echt schwer sich für jemanden stark zu machen, der sich immer wieder respektlos und undankbar zeigt, der nicht einmal die Eier hat, seine Bandkollegen anzurufen und zu sagen, dass er sich von allem, was Blink-182 betrifft, fernhalten wird.  Er hat ja einen Manager für die Drecksarbeit. Doch jetzt sollte allmählich Jeder mal erfahren, wie unprofessionell die Zusammenarbeit mit ihm in den letzten Jahren war.

Hoppus: Seine Aktionen haben echt nicht mehr Bedeutung für uns, als irgend so ein läppischer Instagram-Post. Zweifler dürfen gern alle unsere Accounts im Blick behalten. Travis und ich haben die Promo für diese Band gemacht, Tom nicht – allein das spricht Bände.

RS: Und wie ist jetzt der Stand hinsichtlich des neuen Albums?

Hoppus: Wir konzentrieren uns erstmal auf das Musink-Festival. Ich bin aufgeregt deshalb und auch Matt ist so positiv und vorfreudig, endlich wieder Shows zu spielen. Als die Pressemitteilung heute rausging, fühlte es sich echt so an, als hätte man eine riesige Last von meinen Schultern genommen.  Endlich wissen die Leute, was hier bei Blink-182 eigentlich abgeht. Fernab davon werden wir sehen, wie sich in Zukunft alles entwickeln wird. Doch Travis und ich werden es besser machen als beim letzten Mal als wir +44 gründeten, dieses Mal beschützen wir die Legende von Blink-182 und machen weiter mit dem, was wir in den letzten zwei Dekaden getan haben: Wir spielen diese Songs weiterhin.

RS: Wenn Tom nun aber permanent wegbleibt, seht ihr für den Namen Blink-182 dann noch eine Zukunft?

Hoppus: Natürlich gibt es hier ein paar rechtliche Dinge, die wir beachten und klären müssen. Tom betonte ja bereits, er hätte die Band nicht verlassen. Und so werden sich wohl unsere Anwälte und Manager darum kümmern müssen. Ich will einfach nur Blink-Songs spielen. So wie wir es 20 Jahre lang getan haben. Das ist das, was Travis und ich beide wollen. Wenn Tom das nicht möchte, und so sieht es momentan ja aus, dann ist das okay für uns. Aber er soll dann auch nicht beleidigt tun oder vorgaukeln, heimlich für Blink zu arbeiten. Die Leute wissen was los ist. Also, komm klar, Mann!

(…)

RS: Wenn Tom nun aber morgen sagen würde, er will zurück in die Band, um mit allen drei Mitgliedern ein Album aufzunehmen, würdet ihr ihn lassen?

(lange Pause)

Barker: Mark ist der nettere von uns beiden, also lasse ich ihn antworten.

(lacht)

Hoppus: In den vergangenen Jahren haben wir und das gesamte Blink-Team uns immer an den Wünschen und Vorstellungen von Tom orientiert. Und der benutzte uns wie einen Spielball. Es fühlt sich scheiße an in einer Band zu sein, in der man sich für eine Person permanent entschuldigen muss. Und so ging das eine sehr, sehr lange Zeit. Wenn er sich also gegen ein Studio oder ein Album entschied, haben wir das ernst genommen und respektiert, aber jetzt zu sagen “Ich habe die Band nicht verlassen” ist eine andere Nummer, das ist erstens nicht wahr und dann auch noch hinterfotzig. Ich wünsche Tom wirklich das was ihn endlich glücklich macht und hoffe wirklich, dass er aufhören wird, Blink-182 von dem abzuhalten, was Blink-182 machen wird und möchte: Shows spielen, Musik aufnehmen, eine Legende weiterzuschreiben und eine gute Zeit dabei zu haben.

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