History & Mystery: Fünf Buchtipps zur Leipziger Buchmesse


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Am Donnerstag startet die Leizpiger Buchmesse. Aus diesem Grunde beschäftigen wir uns in der aktuellen Ausgabe und in den kommenden Tagen auch online ein wenig umfassender mit dem Thema Literatur. Los geht es mit fünf Empfehlungen des Hauses, zusammengestellt und kommentiert von Maik Brüggemeyer.

Polyphones Epos Die Bezeichnung „Roman“ hat Jennifer Egan bewusst vermieden, wenn es um ihr Buch „A Visit From The Goon Squad“ (dt. „Der größere Teil der Welt“, Schöffling, 22,95 Euro) ging. Eigentlich hatte sie eine Kurzgeschichte über eine Kleptomanin schreiben wollen, war dann allerdings von einem der Nebencharaktere so fasziniert, dass sie ihm weiter folgen musste – also schrieb sie eine weitere Geschichte, dann noch eine usw. So entstand ein polyphones Epos, das mit jedem Kapitel Erzählweise und Perspektive wechselt. Wir begleiten die Hauptfiguren, den exzentrischen Musikproduzenten Bernie Salazar und seine Assistentin Sasha, in ihre Vergangeheit und ihre Zukunft – von der Punkszene im San Francisco der Siebziger bis ins New York im Jahr 2025. Ein grandioses Buch über Musik und Medien, Authentizität und Digitalität, Zeit und Erinnerung.
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Minnesang Der Berliner Autor Robert Löhr schreibt zurzeit die vielleicht ungewöhnlichsten historischen Romane. Mit irrer Komik und großem Tempo lässt er  Gestalten aus der Geschichte aufeinanderprallen. In „Krieg der Sänger“ (Piper, 18,99 Euro) entführt er uns ins tiefste Mittelalter: Auf der Wartburg treffen sich die bedeutendsten Dicher deutscher Zunge zum Wettstreit um Leben und Tod. Ein finsteres Intrigenspiel beginnt. Der Roman erscheint am 12. März. 
>>>> Videointerview mit Rober Löhr zu „Krieg der Sänger“

Analyse Mit den ersten drei Bänden seines Zyklus „Schlucht“ – dem Vanity-Fair-Blog „Klage“, dem Bericht aus dem Herbst 2008 „Loslabern“ und dem Bildband „Elfter September“ – gab Rainald Goetz den reflektierenden Chronisten der deutsche Mediengesellschaft. Nun setzt er seine Analyse der 00er-Jahre mit einem Roman fort. „Johann Holtrop“ (Suhrkamp, 19,95 Euro) erzählt vom Niedergang des 48-jährigen Dr. Johann Holtrop. Zu Beginn der Handlung im November 2001 noch Vorstandsvorsitzender eines großen Konzerns, wird der Egomane aufgrund schlechter Geschäftsergebnisse in Zeiten der Wirtschaftskrise entlassen. Individuelle und ökonomische Depression führen schließlich zu einem totalen Absturz. „Johann Holtrop“ erscheint im Juli.
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The L-Word Bei den Lassie Singers machte Christiane Rösinger mit dem Song „Liebe wird oft überbewertet“ deutlich, dass das Leben weitaus mehr zu bieten hat als traute Zweisamkeit. Nun widmet sie sich ihrem Lieblingsthema unter gleichem Titel in Buchform (Fischer, 13,99 Euro). „Ein Sachbuch“ lässt die Autorin wissen. Wir sind gespannt, wie die einst begonnene Argumentation fortgeführt wird.
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>>>> Video: Christiane Rösinger und Andreas Spechtl singen „Liebe wird oft überbewertet“

American Gothic  Schon der Name dieses Ortes klingt nach märchenhaft-verträumter Kleinstadt: Niceville. Doch eines Sommertages verschwindet ein kleiner Junge. Zehn Tage später wird er in einer alten Gruft wiedergefunden. Er liegt im Koma. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel und die Stadt findet keine Ruhe mehr. Carsten Strouds „Niceville“ (Dumont, 19,99 Euro) ist ein atemberaubender Mysterythriller irgendwo zwischen William Faulkner und Stephen King.
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