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Janis Joplin: Eine Platte zum Abschied. Der frühe Tod 1970

Bereits zu Lebzeiten gefeiert, wurde sie nach ihrem frühen Tod 1970, da war sie gerade einmal 27 Jahre alt, zur Legende und „Queen of Rock and Roll“.

Wir erinnern an Janis Joplin mit einem Text aus dem Musikexpress. Die Kollegen veröffentlichten im Mai 1971 ein Porträt über die Sängerin.

JANIS JOPLIN: EINE PLATTE ZUM ABSCHIED

Begleitet von der Formation Full Tilt Boogie nahm Janis Joplin die LP „Pearl“ auf. Diese Platte ist sowohl Abschied als auch Beginn. Ein Abschiedsgruss, den Janis Joplin ihren Verehrern zuruft. Erstaunlich ist jedoch, dass „Pearl“ für viele Leute eine Neuentdeckung bedeutet. Der Tod eines Popstars ist, wie es sich schon in der Vergangenheit bewiesen hat, eine sehr kommerzielle Angelegenheit.

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Der Stern Janis Joplins ging 1967 beim Montery Pop Festival auf. Ausschlaggebend dafür waren ihr dynamischer Stage-Act und ihre faszinierende Stimme. Damals war sie noch Leadsängerin der Gruppe Big Brother And The Holding Company. Zwei Jahre lang traten sie zusammen auf, dann wurden sie mit einem Problem konfrontiert, das für fast jede Gruppe irgendwann auftaucht: Es gab Differenzen im Bezug auf ihre musikalischen Ideen. Janis litt sehr unter dieser Situation, später einmal äusserte sie sich folgendermassen: „Persönlich verstand ich mich grossartig mit den Jungen, aber da ich meine musikalischen Vorstellungen sehr ernst nehme, musste ich mich von der Gruppe trennen. Wir arbeiteten damals sechs Abende in der Woche. Jedesmal spielten wir dieselben Nummern, wodurch alles zur Routine wurde und keine Abwechslung oder Variationen mehr möglich waren“.

Janis Joplin wurde in Port Arthur, Texas, einem kleinen Ort mit nur etwa 60.000 Einwohnern, geboren. Sehr bewusst suchte sie die Einsamkeit, da es in ihrer direkten Umgebung kaum Leute gab, mit denen sie sich über die Dinge unterhalten konnte, die sie interessierten. Aber in ihrem Innern wehrte sie sich, sie rebellierte gegen alles, was sie für verkalkt und verrostet hielt. Und das war nicht wenig. Als sie 17 war, ging sie nach San Francisco, denn sie hatte inzwischen gemerkt, dass sie in ihrem Geburtsort nicht finden würde, wonach sie suchte. Sie kaufte sich Platten von Bessie Smith und Odetta und imitierte sie in Bars und Folk-Clubs. Dabei begleitete sie sich selbst auf der Gitarre. Ein guter Bekannter brachte sie schliesslich mit Big Brother in Kontakt. Sie schloss sich der Gruppe als Vokalistin an und startete damit, ohne es damals selbst zu ahnen, ihre grosse Karriere. Abgesehen von der Tatsache, dass sie das Publikum begeisterte, geschah damals noch etwas anderes: Sie wurde sich zum ersten Mal ihrer eigenen Fähigkeiten voll bewusst und entdeckte die Möglichkeiten, diese auszunutzen. „Ich weiss nicht mehr genau, was damals mit mir geschah“, behauptete sie später, „ich explodierte einfach! Noch nie hatte ich so gesungen. Vorher stand ich immer ganz ruhig auf der Bühne und sang im Stil von Odetta. Aber wenn man mit einer Rockgruppe spielt, wird man von dem zwingenden Rhythmus mitgerissen und aufgepeitscht. Ich wurde gleichzeitig angespornt, mehr zu geben, als gewöhnlich“.

Die Popularität von Janis Joplin hat in letzter Zeit stark zugenommen. Schade, dass sich die Masse erst nach den vielen Presseberichten von ihren Qualitäten überzeugen Hess. Sie produzierte viel mehr Platten, als „Pearl“, die ihren Weg zu wirklichen Liebhabern schon längst gefunden hatten. Mit „Pearl“ erreichte sie jetzt plötzlich das ganz grosse Publikum. Schade, sehr schade, denn jetzt ist die überwältigende Energie ihrer Persönlichkeit nur noch aus den Lautsprechern zu hören …

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