Jim und ich: Alexa Hennig von Lange über Jim Morrison


Es gibt nicht viel, was ich meinen Eltern vorzuwerfen habe, außer, dass sie mir als Kind den Rock’n’Roll verheimlichten. Ich hatte ja keine Ahnung, dass jenseits der schönen Künste, der klassischen Musik, der geblümten Gummizugröckchen und niedlichen Puffärmelblüschen eine verheißungsvolle Welt lag, die jede bisher gewohnte Ordnung von geistiger und körperlicher Gesundheit auf den Kopf stellte. Bis ich mich mit 16 Jahren von Hannovers Stadtrand in die Innenstadt zu einer Art Hippie-Clique aus Gymnasiasten vorgearbeitet hatte, die sich styletechnisch an den Outfits mir bis dahin vollkommen unbekannter Rocklegenden wie Frank Zappa, Axl Rose, Angus Young und Jimi Hendrix orientierten, war ich davon ausgegangen, der einzige Mensch weltweit zu sein, der sich während der Pubertät in undefinierbaren, seltsamen, psychisch total aufwühlenden Zuständen befand.

Bis ich eintrat in die große Zeit der inneren Umwälzungen, waren meine Jugendzimmerwände mit regenbogenfarbenen Einhorn-Schrägstrich-Friedenstauben-Postern dekoriert. Ich träumte davon, niemals mein Elternhaus zu verlassen, märchenhaft zu heiraten und Mutter von drei Kindern zu werden. Doch mit einem Mal meldete sich in mir eine destruktive Urgewalt, die mir völlig neu war und die meine DNA bis in alle Ewigkeit komplett umschrieb. Tagsüber lag ich depressiv bei zugezogenen Vorhängen und Vivaldi-Violinkonzerten auf meinem schwedischen Bettüberwurf und machte mir tiefe Gedanken über den Sinn des Lebens und die Zielsetzung des Universums. Ich analysierte die Aufgabe von uns Menschen auf der Erde und warum es wichtig war, den eigenen dramatischen Tod immer unmittelbar vor Augen zu haben. Ich verspürte den Drang, zum Zweck der Selbsterhöhung etwas von universeller Bedeutung zu schaffen. Ich durchlitt unsagbare Qualen aufgrund der Tatsache, dass ich mich von einem Tag auf den anderen so unglaublich missverstanden und abgetrennt von meinen Mitmenschen fühlte.

Wenn ich in der Schule in den kleinen Pausen zwischen Mathe und Englisch über die menschenverachtende Konsumgesellschaft philosophierte, wendete sich die Pierre-Cosso-Rick–A stley-Anhängerschaft kopfschüttelnd ab und blätterte ihre „Bravo“-Fotolovestory durch. Hilflos wälzte ich mich nachmittags auf meinem Bett hin und her, um diese nie gekannte Sehnsucht nach Expansion, nach Ausdruck und nach absoluter Selbstzerstörung einigermaßen in den Griff zu bekommen. Plötzlich schienen meine Kinderzimmerwände zusammenzurücken, ich sah mich als armseliges Opfer meiner beschränkten Umstände.



Todestag von Michael Jackson: Paris Jackson feiert „Magie“ ihres Vaters

Am Donnerstag (25. Juni) jährte sich der Todestag des „King of Pop“ Michael Jackson bereits zum 11. Mal. Ein Anlass für dessen Tochter Paris, ihren Vater zu huldigen. In einem Instagram-Post veröffentlichte die 22-Jährige mehrere Fotos ihres verstorbenen Vaters. „Ich vermisse und liebe dich jeden Tag. Danke für die Magie“, schrieb sie dazu. Unbekannte Aufnahmen von Michael Jackson Der Beitrag begann mit einem Zitat von Ernest Hemingway, welches besagt: „Das Leben eines jeden Menschen endet auf die gleiche Weise. Es sind nur die Details, wie er gelebt hat und wie er gestorben ist, die einen Mann vom anderen unterscheiden.“ Das…
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