Joni Mitchell: Die 50 besten Songs im ultimativen Ranking

Die 50 besten Songs von Joni Mitchell – von „Both Sides, Now“ bis „Coyote“: eine Reise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte.

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Im Mai 2021 dachte Joni Mitchell in einem Interview mit Clive Davis über die negativen Kritiken nach, die sie im Laufe der Jahre erhalten hatte. „Ich dachte: Warum sind die Leute so hart zu diesem Zeug? Nun, ich schätze, es ist, weil es anders ist“, sagte sie. „Es passt nicht in ein Genre. Man kann nicht sagen, es ist Folk oder Jazz. Es ist irgendwo dazwischen.“

Kategorien gelten für Joni Mitchell nicht. Und das war schon immer so. Anfang der Siebziger wurde sie als ultimative, bekennende Singer-Songwriterin berühmt. Aber in die Geschichte eingehen wird sie wohl als größte formale Innovatorin der modernen Popmusik.

Während so viele ihrer Zeitgenossen auf vertraute Folk- oder Rock’n’Roll-Modelle aufbauten, erfand Mitchell ihre ganz eigene musikalische Sprache. Eine, die Songs so intim und schlicht wie „River“ ebenso umfasst wie so fantasievolle, epische Stücke wie „Paprika Plains“.

Joni Mitchells unverwechselbare musikalische Sprache

Sie begann in den frühen Sechzigern Songs zu schreiben, nachdem sie die territorial geprägte Folkszene Torontos satt hatte, in der Künstler traditionelle Songs quasi für sich beanspruchten und anderen verboten, sie zu spielen. Ihre frühen Triumphe – poetische, beinahe unheimlich weise Stücke wie „The Circle Game“ und „Both Sides, Now“ – wurden durch Coverversionen von Judy Collins, Buffy Sainte-Marie und anderen berühmt, bevor sie selbst ins Rampenlicht trat. Doch schon mit ihrem ersten Album, „Song to a Seagull“ (1968), zeigte Mitchell, dass ihr klagender, verblüffend klarer Gesang ebenso einzigartig war wie ihr Songwriting.

Was dann in den Siebzigern folgte, war eine schwindelerregende Reihe von Meisterwerken, die zunächst spartanisch daher kamen – wie auf dem epochalen „Blue“, Heimat unvergesslicher Songs wie dem beschwingten „All I Want“ und dem düsteren Titelsong – und sich über Alben wie „Court and Spark“ immer weiter verdichteten. Dort fand sich mit der verrückt-verliebten Hymne „Help Me“ ihr größter Hit.

Bis zu „Hejira“ mit weiträumigen, formal waghalsigen Songs wie „Amelia“ und „Song for Sharon“ war sie längst auf ganz eigenem Terrain unterwegs. Und blieb es durch die Achtziger und Neunziger, indem sie ihren Sound modernisierte, ohne je ihre charakteristische Komplexität und ihren messerscharfen Blick fürs Detail aufzugeben. Ihre späteren gesellschaftskritischen Stücke wie „Sex Kills“ waren ebenso treffsicher wie ihr früheres, stärker autobiografisches Material.

Vom Bekenntnisfolk zur politischen Chronistin

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist Mitchells Output deutlich zurückgegangen. Seit 1998 hat sie nur ein Album mit neuen Originalsongs veröffentlicht. Ihr Einfluss hingegen ist nur gewachsen: Von Taylor Swift über Herbie Hancock (dessen Grammy-prämiertes Album des Jahres 2007, „River: The Joni Letters“, größtenteils ihre Songs enthielt) bis hin zu Björk und Phoebe Bridgers berufen sich zahllose Künstler auf sie als Leuchtfeuer radikaler Ehrlichkeit und furchtloser Originalität. Hier blicken wir zurück auf 50 ihrer größten Songs.

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